#82 Stadtparterre, Hof, Erdgeschoss

Shownotes

Stadtparterre, Hof, Erdgeschoss - das sind besondere Ebenen in unseren Städten und Quartieren. Ob wir einen Kiez oder Stadtteil als lebenswert, lebendig oder sicher empfinden, dafür hat die Erdgeschoss-Ebene eine wichtige Bedeutung. Zugleich ist die von starkem Wandel betroffen, da vielfach stationärer Einzelhandel verschwindet. Wie ganzheitliche Stadtstruktur gelingt, das erklärt die Professorin Dr. Angelika Psenner im Podcast-Interview. Die Expertin Angelika Psenner ist Professorin für Stadtstrukturforschung an der TU Wien, sie lehrt und forscht u.a. zu Stadtstrukturen des 19. bis 21. Jahrhunderts, zu nutzungsoffenen Gebäudestrukturen, zur Wahrnehmung von Architektur und öffentlichem Raum und beschäftigt sich methodisch mit City Information Modelling (CIM). Wie sind die Stadtparterre in Wien entstanden, was macht sie besonders und vor welchen Herausforderungen und Chancen steht die Ebene 0 heute? Das ist Thema in dieser Folge von GLÜCKLICH WOHNEN.


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Weitere Infos zum Thema:

TU Wien: Fakultät für Architektur und Raumplanung
Stadtparterre: Erdgeschoss, Straße, Hof und deren Übergänge
BUWOG Podcast Folge 44: Urbane Quartiere: Die Zukunft der Erdgeschosse. Interview mit Einzelhandelsexperte Dr. Joseph Frechen
BUWOG Podcast Folge 72: Stadt der kurzen Wege. Interview mit Prof. Dr. Tatjana Schneider


Moderation: Michael Divé
Technische Realisation: mmedien GmbH

Transkript anzeigen

00:00:00: Stadtparther Hof Erdgeschoss sind besondere Ebenen in unseren Städten und Quartieren.

00:00:07: Wie ganzheitliche Stadtstruktur gelingt, das erklärt uns heute von der TU

00:00:12: Wien

00:00:13: die Professorin Dr.

00:00:15: Angelika Psenner.

00:00:17: Straßenbreiten in Berlin aus Gründerzeitarealen sind bis zu dreimal so breit wie die, die wir in Wien finden.

00:00:25: Die historische Nutzung des Stadtparters sah so aus, dass es überhaupt keine leere Räume gab.

00:00:32: Das heißt jeder Winkel ist genutzt worden.

00:00:36: Wir brauchen lokale Ökonomien die den Möglichkeitenraum bieten das wirklich produzierendes Gewerbe sich auch wieder ansiedelt.

00:00:46: Also ich gehe dann schon lieber durch eine Gasse, wo das Erdgeschoss einfach belebt und bespielt ist.

00:00:51: Und wo ich damit rechnen kann, dass da vielleicht da und dort Menschen rauskommen oder auch ich durch die Fenster hinein

00:00:58: sehe.".

00:00:58: Stadtparter Hof-Erdgeschoss – ganzheitliche Stadtstruktur.

00:01:03: Unser Thema jetzt!

00:01:05: Glücklich wohn'n der Buwock Podcast.

00:01:09: Amikrofon Michel Diwé, herzlich willkommen.

00:01:12: Alle vierzehn Tage haben wir neue Themen rund um Stadtentwicklung, Architektur und neues Bauen – um keines dieser Themen mehr zu verpassen am besten also diesen Podcast abonnieren!

00:01:26: Und damit kommen wir zum heutigen Thema für die Frage ob wir einen Stadtteil lebendig bunt-und offen erleben.

00:01:34: Dafür spielen die Erdgeschosse eine besondere Rolle.

00:01:38: Stadtpater, Hof-Erdgeschoss – wie diese Strukturen sich verändern und was man aus ihnen machen kann ist auch Gegenstand der Forschung.

00:01:48: Heute zu Gast von der Technischen Universität Wien, die Professorin Dr.

00:01:53: Angelika Psenner und zum Thema Stadtpatter, Artgeschossstraße, Hof und deren Übergänge Kannst ihr auch ein Buch geschrieben?

00:02:03: Herzlich willkommen Frau Prof.

00:02:04: Dr.

00:02:05: Psenner!

00:02:06: Hallo, vielen Dank für die Einladung.

00:02:08: Ich freue mich sehr mit Ihnen dieses Interviewen und zu führen.

00:02:12: Ja wir freuen uns sehr.

00:02:13: Sie sind Professorin für Stadtstrukturforschung an der TU Wien.

00:02:19: Was gehört alles zu diesem Arbeitsgebiet?

00:02:23: Oh ich würde sagen in erster Linie die Lehre.

00:02:25: Die TU Wien und unsere Fakultät für Architektur- und Traumplanung ist eine der größten in Europa.

00:02:33: Wir haben alleine an unserer Fakulität über sieben tausend Inscribentinnen, davon sind viertausend fünfhundert wirklich aktiv Studierende.

00:02:45: Das heißt unser Fokus liegt sehr stark in der Lehre aber es ist auch möglich erforderlich, dass wir zusätzlich Forschung machen und mein persönlicher Schwerpunkt liegt tatsächlich in der Forschung.

00:03:03: Und heute geht es um das Thema Stadtparterhof Erdbüschers ganzheitliche Stadtstruktur.

00:03:10: was hat sie daran gereizt aus wissenschaftlichen Sicht?

00:03:17: Da kann ich jetzt ganz weit zurückgehen, nämlich in den Jahren als ich mich mit meinem Doktorat beschäftigt habe.

00:03:25: Wo ich mich ja mit der Frage der Wahrnehmung von urbanem öffentlichen Raum auseinandergesetzt habe ist mir aufgefallen auch in meinen Feldstudien dass das Erdgeschoss eine besondere Rolle einnimmt und im Prinzip eigentlich seit damals liegt quasi ein Fokus auf diese Zone.

00:03:50: Und im zweiten Ansatz ist mir aufgefallen, dass dieser Bereich den ich so wichtig finde, den Ich-Stadtparteur nenne eigentlich in Teilbereiche zerfällt.

00:04:01: zum einen Aussicht der Forschung aber auch in der Praxis.

00:04:06: also wenn wir in die Stadt Verwaltung denken gibt es immer Zuständigkeiten die sich entweder mit dem Gebäude oder mit dem öffentlichen Raum, mit der Straße beschäftigen.

00:04:16: Und es gibt zwischen diesen Bereichen wenig Austausch in meinen Augen viel zu wenig.

00:04:24: und da hilft es schon mal In meiner Ansicht dem Ganzen einen Begriff zu geben und eben diesem Bereich Stadt Parter zu nennen also das Parter der gesamten Stadt Das in meinen Augen eben das Erdgeschoss den öffentlichen Raum, den Straßenraum.

00:04:44: Die Gehsteige aber auch bis hinein in die Innenhöfe

00:04:48: umfasst.".

00:04:49: Also das Stadtparteir hat verschiedene Dimensionen, die zum Teil privat besitzt sind und zum Teil öffentlicher besitzen.

00:04:59: Das sind Gebäudesstrukturen, da sind dabei auch Angrenzen des Straßenlandes.

00:05:02: und was so drumherum ist richtig?

00:05:04: Genau!

00:05:05: So sehe ich das ja.

00:05:07: Was natürlich auch die Schwierigkeit gleich erklärt, denn mit öffentlichen Räumen ist es aus Sicht der Stadtverwaltung leichter umzugehen als mit privaten Räume.

00:05:21: Das sind die Crux beim Stadtparter wie es in Wien vorherrscht?

00:05:26: Sie haben das ja auch historisch mal nachgezeichnet, wie diese Stadtpartermereiche entstanden sind.

00:05:33: Erklären sie's mal für nicht-Wienerinnen und Nicht-Winer!

00:05:37: Wien ist eine, in meinen Augen sehr besondere Stadt.

00:05:41: Sie ist eine Stadt des neunzehnten Jahrhunderts das heißt im neunzenhnten jahrhundert ist die Stadt enorm gewachsen von zuerst vierhunderttausend Einwohner auf über zwei Komma zwei Millionen dass es mehr als wie aktuell umfasst und zwar in gerade mal sieben Jahrzehnten ist das passiert.

00:06:04: das heißt in dieser Zeit die wir Gründerzeit nennen, ist die Grundlage der immer noch aktuellen Stadtstruktur gegeben worden.

00:06:14: Also ein Großteil des Stadtgebietes wurde in dieser Zeit entwickelt nach den Vorgaben der damaligen Zeit und das hat so Folge dass ein Groß Teil der gebauten Strukturen der Bestandsstadt eben aus dieser Zeit Stammt.

00:06:39: Eine besondere Eigenheit vom Wien ist die, dass sie sich die Stadt in dieser Zeit quasi nicht so unendlich in den Raum entwickeln konnte wie das in Berlin vielleicht der Fall ist sondern Wien isst und liegt immer noch eingegrenzt zwischen geologischen hydrologischen Vorgaben.

00:07:01: wir haben auf der einen Seite im Osten Nordosten also die Donau.

00:07:10: Und in der Gründerzeit war die Donaue noch unreguliert, das heißt es waren ein sehr breites großes Areal, dass aus Sünfen bestand, das sehr unberechenbar war.

00:07:24: Es gab immer wieder Überschwemmungen und Dörfer, die in diesen Arealen sehr wohl bestanden wurden überschwemmt wieder neu aufgebaut werden.

00:07:36: Das heißt, nach Nordosten konnte das Stadt sich schlecht ausdänen und dass gleiche ähnliche Grenze gibt es im Nordesten nämlich die Ausläufer der Alpen.

00:07:52: Der Wienerwald ein hügeliges Areal.

00:07:55: auch dorthin konnte sie statt sich nicht ausdähnen.

00:07:58: Das hat zur Folge, im Vergleich zu anderen Städten des neunzehnten Jahrhunderts sehr kompakt entwickelt hat.

00:08:06: Unsere Straßenbreiten sind, oder umgekehrt gesagt, Straßenbreite in Berlin aus Gründerzeitarealen bis zu dreimal so breit wie die, die wir in Wien finden.

00:08:19: Das heißt, wir haben per se eine kompakte Dichte stark Und das ist eine Besonderheit, die Struktur und damit eben auch die Strukturen des Stadtparteers bestimmt.

00:08:33: Also das heißt Geografie über Flutungsflächen ja sozusagen die Gegebenheiten einer Stadt haben damit etwas zu tun wie urbanen Dicht sie sich entwickelt haben letztlich auch eine Konsequenz dafür was gebaut wird und welche Strukture wir heute davor finden nutzen?

00:08:50: Exakt genau also Wenn wir schmale, enge Gassen, also Straßen und Gassen haben so wie in Wien das der Fall ist.

00:09:00: Das ist eine Vorgabe die natürlich die Bebauungsstruktur beeinflusst.

00:09:06: Also wir haben Gassen die zum einen relativ wenig Raum für öffentliche Nutzungen zulassen.

00:09:15: Wir haben im Verhältnis sehr schmale Gehsteige begrenzt bemessene Fahrspuren und das heißt, dass die Nutzung dieses begrenzten öffentlichen Raums zuweilen prekär werden kann.

00:09:33: Also vor allem wenn wir das in den letzten Erzehnten gemacht haben wie einen Großteil dieses eng bemessenen Raumes eigentlich dem Verkehr, dem motorisierten Individualverkehr zusprechen.

00:09:50: also Das größte Thema in Wien ist ja eigentlich der ruhende Verkehr, also all die gebackten Autos in den öffentlichen Räumen.

00:10:00: Und es wird umso stärker spürbar.

00:10:02: wenn eben unsere Gassen so eng sind und wie wir das in unseren Studien nachweisen konnten, wirkt sich das nachteilig auf die Nutzung des Erdgeschosses aus.

00:10:14: Erklären Sie das mal.

00:10:15: Was entscheidet darüber, ob ich eben erdige Bereiche als lebendig wahrnehme?

00:10:22: Als sicher wahrnehmen, als attraktiv wahrnehmer oder wo es eher als tot und leblos rüberkommt?

00:10:30: Sie haben gesagt, es gibt einen Wechselwirkung zwischen dem Straßenbereich und den Qualitäten des Erdgeschosses.

00:10:36: Ich glaube, ich hole da ein bisschen aus.

00:10:39: Die Studie zum Stadtbattern ist unter anderem desping entstanden, weil wir uns historische Aufnahmen von unseren Quartieren angeschaut haben.

00:10:53: Und in Wien ist es so dass wir nicht ganz viele oder nicht so enorme Kriegsschäden hatten.

00:11:03: das heißt es gibt Gründerzeitareale die baulich völlig unverändert sind.

00:11:10: Und da gibt es ein spezielles Bild, dass ich jetzt denke eine Gasse im neuen Bezirk.

00:11:16: Die sogenannte Glasergasse wo wir eine schöne Aufnahme gefunden haben aus dem neunzehnten Jahrhundert.

00:11:24: und die Gasse hat zwar keine Bäume aber sie ist im ganzen Bereich genutzt von Menschen Anreinerinnen also man sieht sehr viele Personen die sich darauf halten Und dann haben wir eine quasi aktuelle Aufnahme gemacht und gegenübergestellt.

00:11:44: Jetzt haben wir zwar Bäume in dieser Gasse, aber zugleich auch eine große Anzahl von geparkten Autos und eigentlich keine Menschen.

00:11:57: Die Frage die wir uns gestellt haben was ist passiert?

00:12:01: Wenn die bauliche Struktur relativ unverändert?

00:12:06: welche Gesetzmäßigkeiten, welche Nutzungen, welche Veränderungen haben dazu geführt dass das Bild dieser Gasse jetzt ein ganz anderes ist.

00:12:15: Und für die Untersuchung dieser Frage haben wir das Urban Bazaar Modeling entwickelt also eine Methode mit der wir diese Frage beantworten können.

00:12:30: Die ist relativ ressourcen- und arbeitsintensiv, die Erstellung dieser Modelle.

00:12:35: Es ist ein RID-Modell einer Gasse eines Stadtparkers in all seiner Detailierkeit mit den historischen und aktuellen Nutzungen.

00:12:52: Dieser methodische Zugang hat gezeigt eben nicht die baulichen Veränderungen den großen Ausschlag gegeben haben, sondern die Nutzungsverschiebungen.

00:13:02: Die historische Nutzung des Stadtparteers sah so aus dass es überhaupt keine leeren Räume gab das heißt jeder Winkel ist genutzt worden.

00:13:13: Das ist gut nachvollziehbar wenn man weiß dass die Bevölkerungszahl einfach eine sehr große war.

00:13:21: Wir haben jetzt ein bisschen über zwei Millionen in Wien, aber deutlich mehr Bebauungsstruktur.

00:13:29: Also es ist ja seit der Gründerzeit natürlich sehr viel Masse und Gebäude dazugekommen.

00:13:36: Das heißt die Bewohnungstichte in der Grunderzeit war eine extrem hohe.

00:13:44: Es gibt eine statistische Aussage von Six, die besagt hat dass die Wohnflächenzahl für in Wien lebende Menschen vier Quadratmeter war.

00:13:58: Und jeder jeden weiß wie wir die aktuellen Zahlen europaweit ausschauen.

00:14:05: In Wien sind wir aktuell bei thirty-four Quadratmetern.

00:14:08: also das ist schon eine sehr andere Situation.

00:14:13: Die historischen Gebäude waren sehr stark belegt.

00:14:19: Also die einzelnen Tops und Wohneinheiten wurden ja von Großfamilien bewohnt, es gab auch Bettgeher, die quasi die Betten tagsüber genietet haben, Nachtschichtarbeiterinnen.

00:14:35: Und das heißt wir haben eine viel dichtere Bevölkerung die sich noch dazu stark auch im öffentlichen Raum aufhält, weil gewohnen Einheiten viel zu eng und so klein waren.

00:14:50: Und das heißt, im Erzgeschoss wurde damals auch gewohnt – das ist auch heute noch der Fall – aber vor allem gab es dort Arbeitsstätten Gewerbe, produzierendes Gewerb Dienstleistung, es gab sehr viele Essenslokale.

00:15:13: Auch das ist vielleicht spannend und liegt nicht ganz auf der Hand.

00:15:19: also früher hat man sehr viel auswärts gegessen weil die Essensproduktion in den kleinen Einheiten gar nicht so einfach war und auch vor allem die Lebensmittellage rum.

00:15:31: Das heißt es gab viele essens lokale Kaffeehäuser Aber eben vor allem produzierendes Gewerbe.

00:15:40: Also blenden wir hundert Jahre zurück, dann war Leben auf den Straßen auch ein bisschen Not getrunken dadurch dass die Wohnungen klein waren sagen sie da konnte man sich nicht so bequem aufhalten sondern ist im Grunde ausgewichen auf die Straße.

00:15:57: es gab Gewerben lautes Gewerb auch Gastronomie.

00:16:03: Nun kann man ja die Zeit nicht zurückdrehen und was Gewerbe angeht, sind wir heute vielleicht ein bisschen weniger stressresistenter oder?

00:16:11: Also produzierendes Gewerber in den Erdgeschossen für viele Leute schwer vorstellbar.

00:16:19: Ja sicherlich!

00:16:21: Wir sind es sogar in den Metropolen zumindest im europäischen Raum nicht mehr gewohnt dass man etwas hört das man was riecht.

00:16:31: Wer viel reist, kennt aus anderen Städten andere Situationen.

00:16:36: Also wir haben uns vielleicht einen Standard angewöhnt den man vielleicht überdenken könnte auch in der Art wie wir bauen.

00:16:47: das ist glaube ich ein großes Thema über dass man getrennt nochmal reden könnte unsere Gewohnheiten und Standards.

00:16:57: Fakt ist aber das Gewerbe.

00:17:00: Der Tod des Gewerbes ist weniger der Anreiner und die Anreinarin, sondern einfach unser ökonomisches System.

00:17:08: Wir haben eine globale Wirtschaft, die darauf aufbaut dass wir Verkehr brauchen und haben wollen und finanzieren.

00:17:19: Weshalb ein Ding das aus, sagen wir jetzt mal Kino kommt billiger sein kann als dasselbe Ding das vor Ort produziert wird.

00:17:29: Das ist ein Wirtschaftssystem, auf das wir als ArchitektInnen und als Stadtplanerinnen wenig Einfuß haben.

00:17:38: Das einzige was wir machen können ist in der Lehre darauf hinzuweisen und unsere jungen Kolleginnen vielleicht sensibler für das Thema zu machen.

00:17:51: aber es gibt sehr wohl Gegenmodelle zu diesem globalen Wirtschaftssystem.

00:17:58: Wir kennen lokale Ökonomien und da gibt es sehr wohl auch Fachleute, Ökonomen und Ökonominern die in diesem System eine sehr brauchbare Zukunft sehen.

00:18:18: Das ist das eine Thema wo ich dann irgendwie ans Ende kommen, weil ich dann nicht weiter ausführen kann.

00:18:24: Aber das ist sicher der wichtigste Grund.

00:18:28: Wir brauchen lokale Ökonomien die den Möglichkeitenraum bieten dass wirklich produzierendes Gewerbe sich auch wieder ansiedelt.

00:18:40: Wir waren jetzt gerade auf Reise in Tunis und dort auf einer Messe für Handwerk, also eine Handwerksmesse.

00:18:49: Und es war faszinierend zu sehen wie viel quasi produziert werden kann vor Ort.

00:19:00: Ich spüre direkt das Manco dass wir in unseren europäischen Städten jetzt haben.

00:19:06: Es gibt einen Vortrag von Ihnen, da stellen Sie gegenüber ein italienisches Erdgeschoss.

00:19:12: Da fotografieren sich glaube ich so ein Schuster oder ein Schulladen der dort ist also ganz pittoresque wie man sich das vorstellt.

00:19:20: und dem stellen sie gegenüber die heutigen Stadtparteur in Wien.

00:19:25: Wie sehen die heute aus?

00:19:28: Wir haben extrem viel Leerstand im Erd geschossen.

00:19:31: Das heißt In den letzten Jahrzehnten, ich glaube, ich muss da ergänzen wir sind ja nicht bei der großen Bevölkerungszahl stehen geblieben.

00:19:41: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Wien zu einer Shrinking City über viele Jahrzehnte eigentlich bis sehen die in neunzelneinziger Jahre.

00:19:49: Die Bevölkerung ist zurückgegangen auf eineinhalb Millionen.

00:19:53: das heißt Wien war es über lange Zeit gewohnt, genügend Raum zur Verfügung zu haben und mit dem auch relativ nachlässig umzugehen.

00:20:03: Leerstand hat sich in die Art wie unsere Immobilien verwaltet werden hinein manövriert.

00:20:11: Es ist gang und gäbe das Immobilian-Besitzerinnen den Leerstand im Erdgeschoss in ihre Immobilienrechnung quasi mit reinnehmen.

00:20:22: Das heißt Der entgangene Mietzins im Erdgeschoss wird umgelegt auf die Mieten in den Oberingen geschossen und man erspart sich dadurch diese Kurzzeitmieten.

00:20:37: Wir wissen ja, dass das Erddgeschoss schwierig bespielbar ist im aktuellen Zustand Und das heißt, es ist so ein Lässefär, dass man sich angewöhnt hat dem Leerstand im Erdgeschoss einfach mal hinzunehmen.

00:20:56: Ein weiteres Faktum diese Gründerzeitbauten in den vergangenen Jahrzehnten, also der Dachgeschosse zunehmend ausgebaut wurden.

00:21:09: Also dort wurde eine Ressource erkannt die relativ gewinnprächtig verweitet werden kann.

00:21:19: und so wie die aktuellen Auflagen seitens der Stadt sind gibt es die sogenannte Stellplatzverordnung.

00:21:28: das heißt Wenn wir in Gebäude neuen Wohnraum erstellen, also bei Neubau aber auch bei Umbau und Zubau ist es notwendig Stellplätze im Gebäuden nachzuweisten.

00:21:42: Es gibt zwar auch Ausgleichszahlungen und man könnte auch im Umkreis-Stellplätze am Mieten in Garagen.

00:21:50: das wird aber dann selten gemacht weil der Erdgeschoss sehr egrade leer.

00:21:53: Ich weiß ja gerade nicht, was man damit macht.

00:21:56: Das heißt sie garagen werden im Erdgeschoss eingebaut.

00:22:03: Ich denke das Bild dass man sich vorstellen kann warum es in meinen Augen nicht so toll ist wenn wir durch eine Gasse gehen wo Linz und rechts Geraschen und Garagentore sind und es ist vielleicht nachts und ich bin allein ist es für mein Sicherheitsgefühl nicht von Vorteil.

00:22:24: Also ich gehe dann schon lieber durch eine Gasse, wo das Erdgeschoss einfach belebt und bespielt ist und wo ich damit rechnen kann dass da vielleicht da und dort Menschen rauskommen oder auch ich durch die Fenster hineinsehe.

00:22:38: also ein weiterer Faktum Historischen Strukturen der Gründerzeitgebäude schauen so aus, dass die Erdgeschosse sehr kleinteilig waren.

00:22:53: Es gab eben sehr viele kleine Gewerbe und Nutzerinnen, für die es von Vorteil war, kleine Einheiten zu mieten.

00:23:02: wäre auch aktuell noch so der Fall?

00:23:06: Und all diese kleinen Einheiten hatten eine direkte Verbindung zum Straßenraum, also diese Laden- und Gassentüren.

00:23:17: Über diese oder eben auch zusätzlich noch Fenster.

00:23:19: Und über diese Verbindungen ist dieser Austausch zwischen Innen und Außen von vornherein quasi möglich.

00:23:28: Was in den letzten Jahren und Jahrzehnten passiert ist, dass Gassentüren zunehmend zugebaut wurden, zu Fenstern oder eben im Fall der Garage zur Garagentouren oder zu blinden Fensterm.

00:23:42: Und wir haben in unserer Studie festgestellt dass genau diese Permeabilität der Erdgeschossversade höchst relevant ist für ein funktionierendes Stadtparteis.

00:23:54: Permeabilität das heißt eine Art von Durchlässigkeit und Durchgängigkeit?

00:24:02: Im besten Fall, ja.

00:24:03: Also auch ein Fenster ist schon von Vorteil aber noch besser ist es wenn ich wirklich diese Erdgeschosslokale direkt vom Straßenraum aus begehen benutzen kann.

00:24:17: So nun schaut man also im Vergleich zu vor hundert Jahren eben nicht in viele kleine Läden, sondern im Erdgeschoss haben sich Garagen breit gemacht.

00:24:25: Vielleicht Lagerflächen vielleicht Mülltonnen Abstellb Flächen und ähnliches.

00:24:34: Wie kann man diese Ressourcen neu beleben?

00:24:38: wie kann man die Flächen wieder qualitativ belegen?

00:24:42: geht das jetzt überhaupt noch?

00:24:44: Also kann es einen Stadtumbau geben, der diese Erdgeschosse wieder öffnet?

00:24:52: Technisch auf alle Fälle.

00:24:53: Die historischen Bauten eignen sich bestens dazu – die haben ja Raumhöhen von bis zu fünf Metern in diesen Erdgeschossen.

00:25:01: Das heißt ich kann dort jede vorstellbare Nutzung eigentlich unterbringen.

00:25:07: Das ist ja mit ein Vorteil dieser Gebäudestrukturen, die wir nutzungsneutral oder nutzungsoffen nennen.

00:25:14: Wo es ein bisschen schwieriger wird ist in den Gebäuden der postmoderne eigentlich schon ab den siebziger Jahren, wo von vornherein beschlossen wurde dass das Erdgeschoss nicht so relevant ist.

00:25:29: Dass es quasi so eine zweitrangige Ebene im Gebäude ist und deshalb von vornherein eigentlich keine volle Raumhöhe braucht.

00:25:40: Das heißt, es wurden sehr viele Gebäude mit gerade mal zwei Meter zwanzig Raumhöher erstellt weil man davon ausging dass in diesen im Erdgeschoss eigentlich nur Nebenräume untergebracht werden also eben ein Müllraum wie sie gesagt haben.

00:25:55: vielleicht wer sehr progressiv war dachte noch einen Kinderwagenabstellplatz oder eben die Geragen zu und abfahrten.

00:26:05: Also diese Räume sind natürlich bildendrikkere Voraussetzungen, denn für Aufenthaltsräume sind Raumhöhe von zwei Meter zwanzig nicht vorgesehen.

00:26:18: Dort wird es schwieriger.

00:26:21: also wie gesagt technisch ist das in den meisten Fällen sehr wohl möglich diesen Stadtumbau oder Rückbau vorzunehmen.

00:26:31: Was wir brauchen ist natürlich Entwickler und Entdecklerinnen, die darin einen Sinn sehen und dieses Potenzial einfach heben möchten.

00:26:44: Aber Sie sagen, die historischen Gebäude haben eigentlich Nutzungsoffen- und Gebäudestrukturen, hohe Deckenhöhen und bieten gute Voraussetzungen um diese Erdgeschossbereiche wachzuküssen.

00:26:57: Genau!

00:26:58: Heftiges Nicken, es muss nur jemand machen.

00:27:01: Richtig, es müssen nur jemanden machen.

00:27:03: Was in Wien noch dazu kommt ist eben, worüber wir vorher ausführlich gesprochen haben – diese enge Gassen und diese schmalen Gehsteige sind jetzt nicht von Vorteil vor allem dort wo der ganze Straßenraum mit backierten EKWs zugestellt ist, denn diese Erdgeschosse brauchen auch so ein Vorland.

00:27:33: Wenn also jegliche Nutzungen im Gebäude innere bilden sich ja auch im Straßenraum ab und wenn der Gehsteig gerade mal zwei Meter zwei Meter zwanzig breit ist oder einen siebzig finden wir dann ist auf diesem Gehsteig nicht sehr viel an Aufenthalt möglich.

00:27:58: Man muss schauen, dass man gerade quasi eineinander vorbei sich zwengen kann und das ist ein großer Nachteil für die Nutzung des Erdgeschosses.

00:28:09: Also wir haben jetzt nur über Erdgeschoße gesprochen aber es gibt in Wien auch sehr viele Souterans- und Hochpartersituationen.

00:28:18: Souterans kennt man aus anderen Städten sehr wohl, wie in New York oder Amsterdam.

00:28:24: Oder auch in London.

00:28:27: Dort ist es immer so dass der Gehsteig davor so viel Raum lässt das sich dieses Souteran gut benutzen kann.

00:28:39: Denn ich brauche einen Zugang zum Soutaran die stiegen hinunter dann in New York sehr oft auch lokale, die im Souterrain gelegen sind.

00:28:53: Wo ich dann im Gehsteigen, im Sidewalk davor eben mich aufhalten kann und auch Tische und Stühle anbringen kann.

00:29:06: Gibt es denn international Beispiele wo ein Stadtumbau gelingt der Erdgeschossbereiche wieder lebendig macht?

00:29:17: dort neues Leben reinbringt.

00:29:19: Also wir wissen, sie haben gesagt es hat auch immer etwas mit der urbanen Lichte zu tun und damit wie viele Leute da so wohnen die dann im Zweifelsfall im Erdgeschoss was einkaufen, die ein Kaffee nutzen, die eine Ganderin nutzen einen Buchladen nutzen alles Dinge, die wir ja gerne haben oder gern hätten in unserem Umfeld, wir müssten sie aber auch nutzen.

00:29:37: gibt's internationale Beispiele, die Sie besonders gelungen finden

00:29:43: Dadurch mir immer sehr schwer und ich habe mir kurz Gedanken darüber gemacht, es gibt ein Gebäude das ich sehr gelungen finde.

00:29:55: Das ist jetzt kein Internationales, das sind Mien im Stadtentwicklungsgebiet in Nordbahnhof-Gelände.

00:30:04: Das nennt sich Loftflügel von Studio Fly Strerovitz dass ein sehr in der Architektur, sehr zurückgenommenes Objekt ist.

00:30:16: Und in meinen Augen eigentlich eine Realisierung eines gründerzeitlichen Stadthausers.

00:30:26: Das heißt die Gebäude... Die Raumhöhen sind über das Gebäudeverteilt relativ hoch und im Erd gestoß auf sogar vier Meter.

00:30:36: Die Einheiten sind sehr schmal bemessen.

00:30:39: Es sind Achsabstände von gerade mal fünf Metern über die ganze, ich glaube über die gesamte Gebäudetiefe von über zehn Metern und diese kleinen Spaliere werden eben quasi individuell vermietet.

00:30:57: das heißt es hat kleines produzierendes Gewerbeplatz und soweit ich das verfolgt habe funktioniert es auch.

00:31:07: Und auch dort hat jede Einheit im Erdgeschoss einen direkten Zugang zum öffentlichen Raum, also dieses Tür oder sogar die sind etwas größer formiert als Bastion-Tore.

00:31:20: Nun haben Sie gesprochen über die niedrigen Deckenhöhen in den Erdgesossen in den Seventigerjahren oder Achtzigerjahren.

00:31:28: Merken Sie das heute bei den Studierenden, die sie auch unterrichten?

00:31:33: Oder auch an der Architekturszene die Erdgeschossene andere Qualität haben und eine andere Aufmerksamkeit wirklich bekommen.

00:31:40: Also nicht mehr sozusagen das Stiefkind sind?

00:31:44: Ja, absolut!

00:31:45: Vor allem die Studierenden in die ich betreue.

00:31:49: Ich glaube... Das erklärt sich von alleine.

00:31:54: Wir versuchen in unserer Ausbildung, in unseren Vorlesungen sehr viel Akzent auf diesen Bereich zu legen.

00:32:05: Also das Stadtbattery ist tiefer Knüpfungsebene in der Stadtschlechtin und verdient eine sehr große Aufmerksamkeit, ich habe irgendwann mal gesagt wenn das Stadt-Battery funktioniert funktioniert die Stadt vielleicht ein bisschen gewagt aber Gerade wenn man durch die Welt reist und Städte besucht, wo die Funktion des Stadtbarters quasi historisch noch erhalten ist, merkt man wie angenehm man sich dort in diesen öffentlichen Räumen aufhält.

00:32:41: Also ein Plädoyer für qualitätsvolle Erdgeschosse – was wünschen Sie sich von den heute Planenden und Bauenden?

00:32:49: Von Bauträgern oder von Menschen, die große Häuserbesitz mit Erd geschossen?

00:32:56: Dass Sie diese Ressource als Potenzial erkennen und die alten Gewohnheiten quasi aufgeben, natürlich ist es angenehm das Erdgeschoss weiterhin so zu behandeln wie man das halt in den letzten Jahren immer gemacht hat.

00:33:14: Aber man könnte durchaus einfach mal was versuchen.

00:33:19: In Wien ist auch die Form der Zwischennutzung ein großes Thema.

00:33:24: Das heißt, man könnte die mal aufmachen und zu billigeren Mieten Mietvorgaben rausgeben und schauen was passiert ob das nicht vielleicht auch spannend ist für das ganze Gebäude.

00:33:38: Also eine Art Transitraum schaffen Pop-up Stores Und einfach mal gucken was vielleicht da funktioniert.

00:33:46: Ich sag der genau, möglichen Reizraum aufmachen.

00:33:49: Sagt Professor Dr.

00:33:51: Angelika Psenner bei uns im Podcast Danke für das Gespräch!

00:33:55: Oh vielen Dank hat Spaß gemacht.

00:33:57: Ja ein Haus ohne Erdgeschoss Das geht nicht ganz klar.

00:34:01: Gewerbe Gastronomie Kultur aber auch Konsum freie Angebote sind relevant damit wir Erdgeschoss Zonen als interessant und vielseitig erleben dürfen.

00:34:12: Stadtparteer Erddgeschoss-Hilfe angrenzen das Straßenland ganzheitlich denken, das ist eine Chance um urbanes Leben zu schaffen.

00:34:21: Passende Themen zum Weiterhören hier im Podcast sind,

00:34:26: z.B.,

00:34:27: unser herzlich empfohlen Folge forty-fourtzig Obane Quartiere – die Zukunft der Erdgeschosse.

00:34:33: Dazu gibt es eine Studie.

00:34:35: zu Gast ist der Einzelhandelsexperte Dr.

00:34:37: Josef Frechen von Bullwingesar und wir sprechen über die Stadt der kurzen Wege in Folge seventy zwei mit der Stadtforscherin Prof.

00:34:48: Dr.

00:34:49: Katjana Schneider.

00:34:51: Und zum Weiterlesen, Buchtipp unseres heutigen Gastes Stadtpartei Abgeschoss Straßehof und deren Übergänge.

00:35:00: Sehr interessant!

00:35:01: Kann man sich bestellen, verlinken wir auch in den Shownotes.

00:35:04: Und für heute war's das.

00:35:06: Danke fürs Zuhören und dank an unseren Gast Professor-Dopter Angelika Pseller.

00:35:11: Das war

00:35:12: glücklich.

00:35:13: wohn'n der Buwok Podcast Überall wo es Podcasts gibt und auf buwok.de.

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