#81 Licht in der Stadt - was tun gegen Lichtverschmutzung
Shownotes
Licht macht Städte attraktiv, schafft Orientierung und inszeniert Architektur. Gleichzeitig wird Lichtverschmutzung zum Problem, wenn Beleuchtung zu hell ist, in den Himmel strahlt oder nachts ohne Nutzen brennt. In dieser Podcastfolge spricht Moderator Michael Divé mit der Lichtforscherin und Chronobiologin Annette Krop-Benesch darüber, warum Lichtsmog Mensch und Natur belastet und weshalb Dunkelheit ein wertvoller Teil gesunder Städte und Wohnumfelder ist. Gerade bei Neubau, Quartiersentwicklung und beim Umbau bestehender Immobilien kann man also vieles richtig machen.
Die renommierte Expertin und Autorin Annette Krop-Benesch erklärt im Interview, wie künstliches Licht biologische Rhythmen und sogar Nahrungsketten beeinflusst und Stadtbäume schwächt. Sie erläutert welche Rolle insektenschonendere Farbtemperaturen spielen und warum mehr Licht nicht auch zugleich mehr Sicherheits bedeutet. Wie können Planenden, Bauende sowie Städte und Kommunen aktiv werden? Das Thema im BUWOG-Podcast GLÜCKLICH WOHNEN.
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Weitere Infos zum Thema:
Expertin für Lichtverschmutzung: Annette Krop-Benesch
Wissensplattform Lichtverschmutzung: European Light Pollution Coalition
BUWOG Podcast Folge 63: Signaletik im Quartier. Interview mit Experte Nathanaël Gourdin
BUWOG Podcast Folge 73: Phänomen Nachbarschaft. Interview mit Prof. Dr. Talja Blokland
Moderation: Michael Divé
Technische Realisation: mmedien GmbH
Transkript anzeigen
00:00:00: Heute geht es um Licht in der Stadt.
00:00:02: Licht spielt eine wichtige Rolle für attraktive Wohnumfelder, für die Orientierung und für die Inszenierung von Architektur.
00:00:09: Zugleich sind Lichtverschmutzung und Lichtsmog aber echte Probleme.
00:00:16: Denn zu viel Licht oder das falsche Licht
00:00:19: hat
00:00:20: erhebliche Auswirkungen auf Mensch und Natur.
00:00:23: Darüber spreche ich mit der Lichtforscherin Annette Krup-Binnisch.
00:00:28: Viel Licht ist nachts einfach an, ohne dass irgendjemand es braucht.
00:00:32: Und das ist effektiv Energieverschwendung, Lichtverschwindung und auch wirklich Umweltverschnutzung.
00:00:40: Die Auswirkungen sind sehr umfangreich und wir haben uns eigentlich erst so seit zehn, fünfzehn Jahren intensiv damit beschäftigt – und das ist schon ein bisschen erschreckend!
00:00:49: Da müssen wir uns überlegen wie wichtig ist uns Dekoratives beleuchten?
00:00:53: Wie wichtig ist die Natur um uns herum zu funktionieren?
00:00:58: Da kursieren Werte von acht bis zehn Prozent mehr Helligkeit pro Jahr.
00:01:05: Und das bedeutet, dass unsere Welt alle acht Jahre doppelt so helles wie vorher.
00:01:09: Licht
00:01:10: in der Stadt nachhaltig gestalten.
00:01:12: unser Thema jetzt.
00:01:14: Glücklich wohnen!
00:01:15: Der Buwok-Podcast.
00:01:17: Herzlich willkommen am Mikrofonis Michel Defé Bevor wir starten, bitte abonnieren Sie diesen Podcast.
00:01:23: Um keine Folge mehr zu verpassen.
00:01:25: alle vierzehn Tage haben wir da neue Themen rund um Stadtentwicklung, Architektur, Wohnen und nachhaltiges Bauen.
00:01:33: Und damit kommen wir zum heutigen Thema!
00:01:36: Unsere Städte- und Wohnumfelder sind ohne Licht ja nicht zu denken.
00:01:40: Lichtschaftatmosphäre wird mit Sicherheit und urbanem Leben assoziiert.
00:01:45: Rund ein Drittel des Lichts aber in unseren Städten Verschwendet, so die Schätzungen.
00:01:52: Was tun gegen Lichtverschmutzung und
00:01:55: Co.,
00:01:55: das erklärt uns die Lichtforscherin und Biologin Annette Krupp-Benesch.
00:02:00: Herzlich willkommen!
00:02:02: Hallo Herr Diwi
00:02:03: Sie beschäftigen sich mit LichtundLichtverschmutzung?
00:02:07: Wie kamen sie zu diesem Spezialgebiet?
00:02:10: Ich bin von der Ausbildung aus Chronobiologien Das heißt ich habe mich im Studium schon damit beschäftigt wie biologisch Rhythmen ablaufen Und der Hauptzeitgeber, also der Steuerrad dieser Rhythmen ist Licht.
00:02:25: Und zwar den Tag-Nachtwechsel auch im saisonalen Bereich und er lag das natürlich sehr nahe.
00:02:31: In dem Jahr zwei tausend acht wurde ich eingeladen zu Beginn eines Forschungsprojektes.
00:02:36: Das hat damals leider nicht geklappt.
00:02:37: aber seit zweitausend zwölf beschäftige ich mich mit dem Thema vor allem in der Wissenschaftskommunikationen und auch in der Beratung Und es hat mich eingefangen, weil das ist ein sehr interdisziplinäres Thema.
00:02:50: Es ist natürlich ganz wichtig für die Biologie, weil Licht ist sehr grundlegend, dass unsere Körper funktionieren – das gilt für alle Organismen.
00:02:58: Aber es kommt noch so viel anderes dazu.
00:03:01: Kultur, Städtebau, Stätteplanung unser tägliches Leben... Die Medizin ist natürlich auch ganz, ganz wichtig und liegt mir auch sehr am Herzen!
00:03:10: Deshalb finde ich es ein spannendes Thema.
00:03:12: Also
00:03:12: ein Thema wo sich viele Disziplinen treffen, dass viele Bereiche berührt.
00:03:19: Ein Nischenthema oder eines was mittlerweile sich durchsetzt in der Bedeutung?
00:03:25: Es ist immer noch leider ein Nischen-Thema obwohl Licht ja sehr präsent ist.
00:03:29: wir sind ja ständig vom Licht umgeben aber wir nehmen Licht nicht wahr.
00:03:34: und vor allem wir nehmen nicht wahr das Licht auch dunkle Seiten hat und schaden kann.
00:03:39: Und deshalb wird es häufig nicht wirklich wahrgenommen, auch im Umweltschutz nicht.
00:03:45: Und eben auch wenn es darum geht wie wir eigentlich Licht in unserem Lebensraum also unseren Wohnungen, unseren Städten benutzen und gestalten.
00:03:53: Also wir geben dem Thema heute die gebührende Bedeutung.
00:03:57: Schätzungen sagen dass rund ein Drittel des Lichts eigentlich verschwendet wird.
00:04:04: Warum ist das so?
00:04:05: Wo ist da so Und warum ist das kritisch?
00:04:09: Das hat unterschiedliche Gründe.
00:04:11: Also zum einen gibt es ja Orte wo Licht sehr sinnvoll ist, d.h.
00:04:14: zb im Straßenverkehr wenn wir irgendwo hin wollen.
00:04:18: Da brauchen wir das Licht auf der Straße.
00:04:20: aber ganz viele Leuchten geben ihr Licht zB direkt nach oben ab Kugeleuchten.
00:04:25: da sehen wir es gar nicht und dieses Licht ist verschwendet und ist ein Problem für die Umwelt.
00:04:32: Dann gibt es ganz viel Licht, das aus Dekorativen oder Werbezwecken genutzt wird zu Zeiten wo keiner da ist.
00:04:38: Das könnte man als unsichtbares Licht bezeichnen.
00:04:42: wie viele Leute sind um drei Uhr nachts in der Kleinstadt unterwegs und sehen die Werbeläuchtung?
00:04:47: Und auch bei Privatbeleuchtungen.
00:04:49: Viel Licht ist nachts einfach an ohne dass irgendjemandes braucht und das ist effektiv Energieverschwendung, Lichtverschwindung auch wirklich Umweltverschmutzung.
00:05:00: Und würde man sagen, wenn nach zum Drei irgendwo an der Retramentafel alles oder Licht leuchtet?
00:05:06: Das schadet ja nicht außer dass es ein bisschen Energie kostet.
00:05:10: was sind denn die Auswirkungen davon?
00:05:13: Die Auswirkung sind sehr umfangreich und wir haben uns eigentlich erst so seit zehn fünfzehn Jahren intensiv damit beschäftigt und das ist schon mal ein bisschen erschreckend.
00:05:22: Zum einen, Licht ist ein wichtiger Zeitgeber.
00:05:24: Das heißt, Licht sagt Organismen ob Tag oder Nacht ist.
00:05:28: und die ganze Physiologie – das gilt für uns Menschen, für Vögel, für Eidechsen aber auch für Insekten, für Pflanzen, für Bakterien – unsere Physiologie folgt einem ganz strengen Tag-Nachtrhythmus.
00:05:41: Für uns Menschen heißt es tagsüber aktiv «Nachtsruhe».
00:05:45: Wenn's dunkel wird produzieren wir das Hormon Melatonin Unser Körper kommt zur Ruhe, die Körpertemperatur geht runter.
00:05:52: Wir sparen Energie und unser Gehirn wird jetzt richtig aktiv.
00:05:56: Unser Immunsystem wird aktiv.
00:05:58: Wenn nachts Licht an ist, kommt es durcheinander nicht nur bei uns sondern das wissen wir zum Beispiel auch bei den Vögeln in der Stadt.
00:06:05: also diese biologischen Rhythmen werden durcheinander gebracht.
00:06:09: dann haben aber viel direktere Probleme.
00:06:11: was die meisten von uns kennen sind die Insekten die an die Lampen fliegen und dort verbrennen oder vor Erschöpfung sterben.
00:06:19: Und v.a.
00:06:20: ihre eigentlichen Aufgaben nicht erfüllen, nämlich irgendwelche Pflanzen zu bestäuben.
00:06:25: Das ist dann wieder ein Problem für die Nahrungsketten.
00:06:28: Dann fehlen einfach Früchte, es fehlen neue Pflanzen – das ist ein Problem!
00:06:33: Für andere Insekten?
00:06:35: Für Kleinsäuger?
00:06:36: Für Vögel?
00:06:37: Für Reptilien?
00:06:39: Die ganze Nahrungskette wird da unterbrochen.
00:06:45: Esekten fliegen zum Licht auch Vögel.
00:06:47: Das ist eigentlich eine sehr traurige Geschichte, ein Großteil des Vogelschlags passiert nachts an beleuchteten Gebäuden oder in großen Werbetafeln.
00:06:56: Das sind Schätzungsweise Millionen von Vögeln die jedes Jahr an solchen Fasaden- oder Werbetapeln ins Leben kommen einfach weil sie beleuchtet sind und das Licht sie anzieht.
00:07:07: Also das sind Beispiele.
00:07:08: oder auch bei Pflanzen, die machen zu lange Fotosynthese.
00:07:12: Wir haben gesehen beim Bäumen wenn die Nachtsfotosynthesemachen dann entwickeln die sogenannte freie Radikale.
00:07:18: Das kennen wir Menschen, das zerstört die Zellen.
00:07:21: Dann bekommen die Bäume braune Flecken auf den Blättern ein richtiger Burnout und die Blätter sterben ab.
00:07:27: Und damit ist auch der Lebenserwartung dieser Bäume einfach verkürzt.
00:07:33: Das sind so Beispiele dafür, dass sehen wir bei allen Organismen inzwischen.
00:07:38: also da könnte ich stundenlang drüber reden was das eigentlich für einen Schaden ist.
00:07:41: Also
00:07:41: ich sag mal das Thema mit den Straßenlaternen das kennt jeder Da schwirren die Mücken drum herum, denkt man sich jetzt erst gar nicht so viel.
00:07:52: Aber sie sagen das ist eine Kettenreaktion, die das auslöst.
00:07:55: Machen Sie es noch mal greifbar?
00:07:58: Was fehlt dann?
00:08:00: Es fehlen zum einen Insekten weil viele Insekte sterben und die Insektaen die sterben werden da nicht gefressen von Vögeln oder Fledermäusen.
00:08:07: damit fehlen die Insekten als Nahrung.
00:08:10: Die Insekten haben aber eben auch wichtige ökologische Funktionen.
00:08:14: Wir brauchen sie als Bestäuber und etwa achtzig Prozent unserer Nahrungspflanzen benötigen Bestäubungen, damit Sie gut Früchte produzieren können.
00:08:23: Das heißt uns fehlt Nahrung, aber auch vielen anderen Lebewesen fehlt Nährung.
00:08:28: Dann brauchen wir Insekte zum Beispiel gerade wenn wir so an Wasserinsekten denken also zb die unbeliebten Mücken.
00:08:36: Deren Larven fressen Todespflanzenmaterial in unseren Gesässern und halten damit unsere Sehen sauber.
00:08:43: Wenn also die Erwachsenen, Mücken an der Straßenlaterne verenden sind weniger Insektenlarven darum das Wasser sauber zu halten und unsere Sehenkippen irgendwann um.
00:08:55: So haben wir verschiedene Aspekte, die hier einfach fehlen.
00:08:58: und Insekte sind ein ganz wichtiger Teil unseres Ökosystems bricht irgendwann einfach alles zusammen und wir sind nun all Teil dieses Ökosystems, das heißt es ist auch wichtig für uns.
00:09:11: Und ich bekomme häufig gesagt naja aber in der Stadt sind ja eigentlich gar keine Insekten.
00:09:16: Das ist so eine Fehleinschätzung weil wenn ich genau hinschaue die Biodiversität in Städten ist viel höher als eigentlich draußen in der Agrarlandschaft.
00:09:25: Weil in den Städte haben wir Parks Wir haben Gärten, wir haben Balkonpflanzen Wir haben zum Beispiel viel mehr Wildbienenarten in Stäten Als Trausen auf den Ackerlandschaften, das heißt die Städte sind ganz wichtiger ökologischer Bereich.
00:09:39: Das mögen wir nicht wahrnehmen aber er ist da und ganz ehrlich wir wollen diese Grünflächen ja auch.
00:09:45: Wir brauchen die Bäume, wir brauchen die Blumen in den Städten sonst wäre es nicht mehr so lebenswerk.
00:09:51: Und dass das funktioniert brauchen wir den Insekten.
00:09:53: Also die Stadtmüblierung mit Laternen und Co.
00:09:58: hat viel mehr Auswirkungen, als man sich das erst mal so vorstellen kann.
00:10:01: Sie haben das gerade gesagt.
00:10:03: mit den Bäumen in der Stadt, die auch reagieren auf nächtliche Beleuchtung fand ich ganz interessant.
00:10:11: Erklären sie es mal!
00:10:12: Das sind zwei Sachen.
00:10:14: Das eine ist dass die Bäume solange Licht da ist Fotosynthese machen Und wenn sie das nachts machen dann wird der Baum sozusagen ausgelaugt.
00:10:22: Das können wir uns glaube ich ganz gut vorstellen, wenn wir Überstunden machen sind wir auch irgendwann müde und auch Bäume brauchen Ruhezeiten.
00:10:30: Und dieses übermäßige Photosynthese betreiben in den Nachtstunden sorgt dafür dass die Blätter früher absterben und die Bäume dann einfach geschwächt sind.
00:10:41: das tötet den Baum nicht sofort aber auf lange Frist.
00:10:45: Wir sehen bei Bäumen noch was anderes.
00:10:47: das kann jeder im Herbst beobachten.
00:10:50: Wenn die Blätter fallen, sieht man ganz häufig noch Blätter um eine Laterne herum.
00:10:55: Die sind dann teilweise sogar noch grün.
00:10:57: Warum?
00:10:58: Dieses Brauenwerden der Blätter hängt von der Tageslänge ab.
00:11:02: aber wenn ein Blatt neben einer Straßenlaterne ist, wird der Tag nie kürzer und der Baum bekommt nicht mit des Herbstes.
00:11:11: Die Blätter bleiben am Baum Dann kommt der Winter es kommt Frost.
00:11:15: Die blätter erfrieren das ist für den Baum ein Frostschaden Und auch das schwächt den Baum dann im Laufe seines Lebens und verkürzt wiederum die Lebenserwartung.
00:11:24: Was ist denn die Konsequenz, oder was wäre ihr Rat?
00:11:28: Straßenlaternen dimmen oder ausmachen wenn sie keiner braucht?
00:11:33: Wie kann man mit so etwas umgehen?
00:11:35: Also der erste Ansatz ist wirklich dass wir uns intensiver fragen müssen wo brauchen wir eigentlich Licht?
00:11:42: Mir geht es jetzt nicht darum überall in den Städten nachts die Beleuchtung auszuschalten Aber sich wirklich zu überlegen, muss ich eigentlich jede grüne Anlage beleuchten?
00:11:52: Auch wenn da nachts niemand unterwegs ist oder nur sehr wenige Leute.
00:11:56: Muss ich vielleicht auch gerade so außerhalb unserer Siedlung jeden Fahrradweg die ganze Nacht durchbeleuchten?
00:12:02: und selbst wenn wir sagen in den Abendstunden brauchen wir da das Licht dann nachts wenigstens abzuschalten?
00:12:08: Das ist, glaube ich die grundlegende Frage.
00:12:10: Und vor allem gerade dekoratives Licht.
00:12:13: also ein Baum zu beleuchten sieht schön aus es für den Baum aber wirklich schädlich und da müssen wir uns überlegen wie wichtig ist ums dekoratives Beleuchten?
00:12:23: Wie wichtig ist uns eigentlich dass die Natur um uns herum funktioniert.
00:12:28: dort wo ich beleuchtung brauche und an manchen Stellen ist das ja der Fall Ist die eine frage wie hell beleuchte ich?
00:12:37: Wir beleuchten häufig viel heller als nötig wäre.
00:12:41: Und dann kann ich Licht abschirmen.
00:12:42: Derzeitlang waren diese Kugelleuchten sehr in Mode, die das Licht in Anrichtung strahlen auch in die Schlafzimmer der Anwohner.
00:12:49: Heute haben wir meistens Straßenlaternen, die einen Deckel obendrauf haben und das Licht sehr gezielt nach unten bringen.
00:12:56: Damit habe ich schon ganz viel Licht eingespart und die Bäume, die dann neben der Straßenlaterne stehen bekommen nicht mehr so viel Licht ab.
00:13:04: Dazu kommt Die Vögel, die in diesen Bäumen schlafen haben eben auch mehr Dunkelheit.
00:13:09: Also das Licht geht zielt dorthin bringen wo es hin soll und auch nicht großflächig schalen sondern eben auf die Verkehrsfläche, auf den Parkplatz und eben nicht noch die ganze Wiese drumherum beleuchten.
00:13:21: Das sind eigentlich so die Hauptfaktoren mit denen ich in der Lichtplanung was verändern kann.
00:13:27: Und dann gibt es natürlich immer noch mehr die Idee mit der adaptiven Beleuchtung das heißt sich arbeite mit Bewegungsmeldern.
00:13:35: Das ist vor allem da sinnvoll, wo ich gelegentlich mal jemand habe zum Beispiel ein Fahrradweg oder einen Park.
00:13:41: Da geht das Licht wirklich dann an wenn jemand kommt und die Bewilligungsmelder heute sind viel besser als vor zwanzig Jahren.
00:13:48: D.h.,
00:13:49: das Licht wird dann langsam heller gemacht und wird dann wieder langsam dunkler und man kann da unheimlich viel mit auch sehr schön einstellen.
00:13:58: Das hat sich an vielen Orten bewährt.
00:14:00: Dann ist Licht dann da, wenn die Menschen da sind und ansonsten ist es dunkel?
00:14:03: Also es gibt einige technische Hebel, die man auch betätigen kann um das ganze Problem ein bisschen einzudämmen.
00:14:11: Nun wird ja verstärkt auch darauf geachtet dass man Insekten freundliches Licht einsetzt gerade bei Neubau oder Quartiersentwicklung.
00:14:21: Warum reicht das alleine oft nicht aus?
00:14:25: Also erstmal muss man sich bewusst machen, es gibt kein insektenfreundliches Licht.
00:14:30: Das ist ein nettes Label für einen Wunschdenken.
00:14:34: aber jedes Licht zieht Insekten an und jedes Licht beeinflusst den Stoffwechsel die Physiologie von Insektern.
00:14:42: was wir aber wissen und daher kommt dieser Begriff ist Wir können über die Lichtfarbe oder dem blau Anteil des Lichtes den Schaden reduzieren.
00:14:52: Insekten werden vor allem angezogen durch weißes oder blauhaltiges Licht und die energieeffizienten LEDs haben das ja sehr viel.
00:15:02: Die meisten Leute kennen inzwischen solche Begriffe wie warmweiß, neutral weiss, kalt weiss.
00:15:08: Das steht auch immer auf den LEDs drauf Und am Anfang haben wir viel mit viertausend Kelvin gearbeitet.
00:15:13: Es ist neutral weiß es ein sehr weißes Licht weil es energie effizient ist.
00:15:18: Das zieht aber mehr Insekte an als ein orangenes Licht das früher ja auch in vielen Quartieren und in vielen Städten benutzt wurde.
00:15:28: Das zieht immer noch viele Insekten an, aber deutlich weniger.
00:15:32: deshalb spricht man da gerne von insektenfreundlichen Licht.
00:15:35: Es ist nicht wirklich freundlich Aber vielleicht Insektern schonender.
00:15:40: Von daher Ja es ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber es ist eben immer noch lichter.
00:15:45: Sinnvoller ist es zu sagen ich reduziere auf meine Lichtintensität Und dann ist manchmal auch okay, wenn ich weißes Licht nehme.
00:15:53: Wenn es aber einfach nicht so hell ist.
00:15:55: Aber solange Licht da ist werden eben Insekten beeinflusst und das müssen wir uns klar machen.
00:16:00: Also es ist immer auch das Umgehen mit Zielkonflikten irgendwie Brauriglicht und man kann es ... Wenn es im Einsatz kommt, eben bestmöglich gestalten.
00:16:09: Häufig kommen jetzt die LEDs zum Einsatz, die als energieeffizient gelten damit besonders als nachhaltig.
00:16:17: Sie warnen aber auch davor, dass im Grunde genau das Gegenteil dadurch ausgelöst werden könnte.
00:16:25: Wir Menschen haben eine unangenehme Eigenschaft – wenn etwas günstiger ist, tendieren wir dazu es mehr zu benutzen!
00:16:31: Die Älteren von uns kennen das vom Telefon.
00:16:34: früher hat man immer geguckt wie viel Minuten telefoniere ich?
00:16:37: heute hat jeder eine Flatrate und wir reden und reden und Reden und wir sind doch immer online und beim Licht passiert dasselbe.
00:16:45: Wir erleben immer wieder in der Lichtplanung, dass Kommunen sagen wir möchten Licht einsparen und mit LEDs funktioniert das prima.
00:16:51: Da kursieren dann Werte von Achtzig Prozent Energieeinsparungen.
00:16:56: Jetzt haben wir Menschen aber irgendwie im Kopf, dass mehr Licht die Welt sicherer machen würde und besser machen würde.
00:17:03: Und deshalb kommt ganz schnell die Idee auf zu sagen na dann sparen wir nicht Achtzig Prozent ein sondern weniger dafür machen wir es aber heller Dann haben wir jede Menge energieeffizientes Licht, was aber eben mehr Lichtverschmutzung erzeugt.
00:17:21: Und wie wir aus vielen Studien sehen die Welt nicht unbedingt sicherer machen sondern teilweise sogar unsicherer, teilweise Blendungen erzeugen und für die Anwohner auch mich gerade angenehm ist.
00:17:35: Wir haben jetzt viel über Tiere und Bäume gesprochen, das Licht stört doch uns Menschen!
00:17:40: Und dieser Effekt dieses mehr und mehr Licht machen, weil es billiger geworden ist.
00:17:45: Und häufig das Licht auch nachts brennen lassen.
00:17:47: Wie hat man nachts mal abgeschaltet aus Kostengründen?
00:17:50: Heute brennt das Licht durch!
00:17:52: Das wird auch bezeichnet als Rebound-Effekt... ...und den sehen wir eben weltweit.
00:17:57: D.h.,
00:17:58: je energieeffizienter das Licht wird, desto mehr Licht wird gemacht.
00:18:02: Unter einem Strich sparen wir glaube ich gar nicht wirklich Energie ein Aber wir bekommen mehr und mehr Licht.
00:18:07: Das
00:18:07: heißt aber auch das Problem der Lichtverschmutzung wird aktuell immer größer, wie haben ja gesagt?
00:18:13: Und ein Drittel des Lichts wird verschwendet oder verschmutzt eigentlich unnötigerweise die Umgebung – das wird dann mehr!
00:18:22: Es wird in der Tat mehr und es gibt unterschiedliche Studien aus den letzten zwanzig fünfundzwanzig Jahren also wo man sich angeschaut hat, wie die Lichtverschwitzung wächst.
00:18:32: Es wird dann hoffentlich die Himmelzhelligkeit gemessen, also wie hell ist unser... Himmel, weil dort geht das Licht hin.
00:18:38: Das kann man ganz gut messen.
00:18:39: oder mit Satelliten kann man schauen wie viel Licht sehen wir eigentlich vom Weltall?
00:18:44: und da kursieren Werte von acht bis zehn Prozent mehr Helligkeit pro Jahr und das bedeutet dass unsere Welt alle acht Jahre doppelt so helles wie vorher.
00:18:57: Und das sehen wir in ganz vielen Ländern In Industrieländern vielleicht nicht ganz zu sehr Weil wir sind schon sehr hell in den Schwellenländern.
00:19:06: Dunkler werden eigentlich nur Länder, in denen es irgendwelche Krisen gibt wie Kriege zum Beispiel.
00:19:11: Wir sehen auch unterschiedliche Entwicklungen.
00:19:14: Deutschland ist ein noch eher dunkles Land?
00:19:18: Ich glaube weil wir Deutschen die Dunkelheit aber auch noch irgendwo schätzen und doch eigentlich noch wissen dass uns so Straßen sicher sind.
00:19:28: Aber das ändert sich auch Weil wir sehr viel Angst eingeredet bekommen von verschiedenen Gruppen.
00:19:34: Aber in Deutschland gibt es noch mehr Akzeptanz für Dunkelheit oder nicht ganz so viel Licht.
00:19:40: Aber das ändert sich leider.
00:19:41: Sie haben das Thema Sicherheit gerade angesprochen, in der Stadtplanung im urbanen Raum wird ja Licht oft mit Sicherheit gleichgesetzt auf Wegen in Seitenstraßen, in Eingangsbereichen und Treppenhäusern.
00:19:56: In welchem Umfang kann man denn Lichter überhaupt einsparen?
00:20:00: Also... Licht ist sicherlich in vielerlei Hinsicht sinnvoll.
00:20:04: Unsere Augen sind nicht dafür gemacht, bei natürlicher Dunkelheit, also natürliche Nacht sich so gut zurechtzufinden.
00:20:12: Bei Vollmond können wir das übrigens sehr gut aber an den Städten wäre es ohne Beleuchtung manchmal schon zu dunkeln.
00:20:19: Deshalb macht es schon Sinn Treppen zu beleuchten.
00:20:21: Wege und Fahrzeuge brauchen ja auch Licht.
00:20:26: Was allerdings nicht funktioniert, ist die Idee je mehr Licht da ist, desto sicherer es ist.
00:20:31: Es gibt viele Studien dazu und da muss man auch noch mal unterscheiden zum einen zwischen Verkehrssicherheit und Kriminalität.
00:20:38: Bei Verkehrssicherung sehen wir
00:20:39: z.B.,
00:20:39: dass wir in den Bereichen sind, in denen es so hell ist das wir geblendet werden und bestimmte Grautöne zum Beispiel gar nicht mehr sehen und auch schwarze Fahrzeuge nicht mehr sehnen.
00:20:51: Das heißt wenn es zu hell ist... wird es eigentlich auch wieder gefährlich, vor allem wenn wir ganz viele Lichtquellen haben.
00:20:57: Wenn man uns in die Stadt anguckt... Wir können die Straßenbeleuchtung ausschalten und das wäre immer noch hell genug aber wir sind geblendet durch Schaufenster, durch Werbeanlagen, durch Tankstellen und das wird gefährlich!
00:21:08: Wenn wir jetzt über Sicherheit sprechen da gibt es einige Studien die sehr unterschiedliche Ergebnisse gebracht haben.
00:21:14: In einigen Studien ist die Kriminalität wirklich gesenkt worden.
00:21:18: In den meisten hat sich aber nichts verändert durch mehr Beleuchtung.
00:21:23: Es gibt sogar Studien, dass die Kriminalität zurückgegangen, wenn z.B.
00:21:27: nachts das Licht ausgeschaltet wurde.
00:21:30: Da ist das Argument, ein Brecher brauchen halt auch Licht und es ist mitunter auffälliger, wenn ich im Nachbarsgarten eine Taschenlampe sehe als vielleicht jemand der darum läuft.
00:21:41: Das könnte ja auch der Nachbar sein.
00:21:43: Also Licht- und Sicherheit sind sehr komplexe Geschichte gegen Frauen gesprochen und da müssen wir einfach auch mal ganz ehrlich uns anschauen, wo findet Gewalt gegen Frauen statt?
00:21:58: Das ist im Allgemeinen nicht auf der dunklen Straße.
00:22:02: Das ist in der Familie, im Arbeitsbereich, im Sport.
00:22:07: also da haben wir eigentlich ganz andere Probleme.
00:22:10: ja es gibt die Überfälle auf Frauen in dunklen Orten aber häufig wurden die Frauen vorher im Licht auch ausgesucht und man folgt ihnen dann.
00:22:20: Wer ehren Opfer von Gewalt im Außenbereich ist oder im öffentlichen Raum, sind Männer.
00:22:27: Und da ist auch häufig Licht eigentlich eher so ein Problemfaktor.
00:22:31: Es gibt mir einen Hinweis darauf, dass dieses helle, grelle Licht uns aggressiv macht, gerade wenn noch Alkohol ins Spiel ist.
00:22:39: und wir müssen mal anschauen was wir im Augenblick mit unseren Städten machen.
00:22:43: Früher war Beleuchtung oft gemütlich.
00:22:45: Suchen Sie sich nun lokal aus?
00:22:47: Gehen sie in das mit dem warmen Licht.
00:22:51: Unsere Städte kriegen mehr und mehr diesen kalten Neoneffekt, da ist es schwer sich abends mal zu entspannen.
00:22:59: Und viele Leute die abends einfach gemütlich nochmal rausgehen wollten machen das auch gar nicht mehr weil die Atmosphäre nicht mehr stimmt.
00:23:05: Das heißt wir haben eher so die Konfliktpersonen jetzt auf der Straße und die versuchen dann wegzuleuchten funktioniert aber nicht.
00:23:14: Das heisst wir zerstören eigentlich die Atmospher in unseren Quartieren in unseren Städten.
00:23:19: Das kann auch aggressiv machen und uns unwohl sein geben.
00:23:24: Also von daher ist es sehr, sehr schwierig da zu reden.
00:23:29: Für uns Frauen gilt übrigens... Da gibt's ein paar schöne Untersuchungen für Frauen.
00:23:33: Es ist vor allem wichtig wenn wir über Plätze gehen, wenn wir durch Grünanlagen gehen dass wir eine weite Sicht haben das wir frühzeitig sehen ob jemand auf uns zukommt Kann ich ausweichen sind andere Menschen da?
00:23:45: soziale Faktoren sind ganz, ganz wichtig Und was zu vermeiden gilt sind solche dunklen Ecken.
00:23:51: Und wenn wir einen Weg sehr hell beleuchten und das wird gerne gemacht, dann haben wir ganz viele dunkle Bereiche.
00:23:57: wo ich mich als Frau frage steht da nicht jemand.
00:24:00: Wo sich auch wirklich real jemand verstecken könnte?
00:24:03: Ich habe oft die Erfahrung gemacht, wenn ich Leute in Berlin zum Beispiel mit in den Tiergarten genommen habe und runter von dem beleuchteten Wegen.
00:24:12: Das ist eine sehr hohe Hemmschwelle.
00:24:14: Aber wenn man auf einer unbeleuchteten Wiese steht, die immer noch so hell ist Wir haben eine Stadt drum herum Dann ist die Sicht plötzlich viel besser und meine Begleiter haben sich dann auch mal sicherer gefühlt.
00:24:26: Und das sind dann Helligkeiten, die wir haben, die übrigens eigentlich auch empfohlen werden für Fußgängerwege.
00:24:32: aber auf den Wegen beleuchten wir inzwischen viel heller als möglich.
00:24:36: Da könnten wir wirklich Licht einsparen mit weniger Licht und noch ein bisschen wärmerem gemütlicheren Licht.
00:24:42: Dann haben wir weniger Lichtverschmutzung, weniger Energieverbrauch und ich glaube uns wird es wieder besser gehen.
00:24:48: Sprechen wir mal über den Neubau von Quartieren oder auch den Umbau von QUARTIEREN, wenn man wirklich da dran geht.
00:24:56: Modensiert oder auch ein Wohnquartier neu konzipiert?
00:24:59: Was sind low-hanging fruits in der Infrastrukturplanung um Lichtemission direkt optimal zu gestalten?
00:25:08: Von der ersten Planung an!
00:25:10: Also ganz wichtig ist dass wir wirklich an alle Lichtwellen denken.
00:25:13: oft wird so isoliert geplant.
00:25:15: Die Straßenbeleuchtung, die ja auch nicht unbedingt vom Quartier selber geplant wird aber die muss im Prinzip mit drin sein in Beleuchtungen spielt eine große Rolle und das muss alles zusammen passen Und ich brauche eigentlich ein relativ ausgeglichenes Licht.
00:25:32: Das heißt nicht dass ich an die Akzente setzen kann Aber ich erlebe das manchmal in meiner Arbeit Dass die Straße zum Beispiel völlig ausreichend beleuchtet ist auch normgerecht beleuchtete ist aber dunkel wirkt Weil zum Beispiel auf ein Nachbargrundstück irgendwelche ganz grellen Scheinwerfer noch die Straße mit beleuchten und Fußgänger dann einfach blenden.
00:25:55: Oder aus den Häusern konnten sehr helle Beleuchtung raus, weil wir Treppenhäuser sehr hell beleuchte.
00:26:02: Wenn ich dann durch so ein helles Treppenhaus gehe und soll rausgehen auf die dunkle Straße, dann fühlt sich das Stock dunkel an.
00:26:10: Dann kommt häufig die Rückmeldung Die Straße muss heller beleuchtet werden.
00:26:14: Aber eigentlich wäre es sinnvoll, das Treppenhaus ein bisschen weniger zu beleuchten.
00:26:18: Nicht schummrig!
00:26:20: Wir können da noch ganz doll runtergehen oft und dann haben wir's ein bisschen ausgeglichen.
00:26:26: Auch wenn ich jetzt zum Beispiel an Grünanlagen denke... Ich bin eigentlich ein Fan von Polarleuchten also diesen niedrigeren Lichtpunkten Wenn das Licht nach unten geht und nicht oben drüber gucken kann weil dann sehe ich die grünen Anlage.
00:26:39: Wenn mich die Polar Leucht aber plendet, habe ich wieder das Gefühl dass ich gerade vom Tiergarten erzählt habe.
00:26:44: Ich laufe durch einen Laufsteg und um mich herum ist Stockdunkel.
00:26:50: Und da kommen automatische Ideen, was ist da?
00:26:52: Wer steht da?
00:26:54: Das gibt mir ein ungutes Gefühl.
00:26:56: Deshalb muss man darauf achten das ein bisschen ausgeglichen zu machen.
00:27:01: Was eben auch ganz wichtig ist gerade bei Wohnquartieren wir brauchen das Licht draußen.
00:27:07: Das Außenlicht hat nichts in den Wohnungen zu suchen Und das ist ein anderes Problem, was wir mehr und mehr sehen.
00:27:14: Menschen fühlen sich enorm gestört und belästigt durch Außenbeleuchtung die ins Haus reinkommt, sei es Straßen- oder Werbe-Beleuchtungen.
00:27:25: Das sind Bewegungsmelden ganz großes Problemen.
00:27:28: Und das nimmt uns die Selbstentscheidung wie beleuchte ich mein Wohnzimmer?
00:27:33: Ich kann dann aber auch nicht mehr auf einem Fenster schlafen weil immer Licht rein kommt!
00:27:39: Und das macht uns wirklich krank.
00:27:41: Sie sind engagiert in der European Light Pollution Coalition.
00:27:45: Welche Ziele verfolgen sie da?
00:27:50: Das ist ein Netzwerk, das gerade im Entstehen ist aber eigentlich schon sehr lange ohne Namen existiert.
00:27:59: Es gibt seit zwanzig dreißig Jahren in Europa Menschen die sich gegen Lichtverschmutzung einsetzen und für mehr Dunkelheit.
00:28:07: Das sind Wissenschaftler, das sind Astronomen, Hobby-Astronomen.
00:28:12: Das sind Umweltschützer.
00:28:13: Das ist aber auch Lichtschaffende – also Lichtplaner und Lichtdesigner, Architekten die das Problem sehen!
00:28:19: Und unser Anliegen ist diese Menschen zusammenzubringen in einen Tisch und zu sagen wir haben all dieses Wissen und diese Erfahrung reden wir miteinander und entwickeln wir Konzepte wie wir besser beleuchten können wie wir das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer besseren Beleuchtung wecken, wie wir wieder Begeisterung für die Dunkelheit wecken.
00:28:42: Wie wir Ängste nehmen und da einfach uns als Gesellschaft weiterbringen?
00:28:49: Wir wollen auch zusammenarbeiten zum Beispiel mit der Deutschen Lichttechnischen Gesellschaft.
00:28:54: Da sind gute Kontakte zu einzelnen Mitgliedern da weil sie das Thema auch sehr stark sehen.
00:29:00: Und dieses Wissen wollen wir dann weitergeben an Engagierte Menschen, die eben keine Fachleute sind.
00:29:07: Die mit dem ganzen Wissen gar nicht durchschauen um denen zu sagen okay was ist wichtig?
00:29:13: Was sind wirklich Ansatzpunkte, die funktionieren?
00:29:16: aber eben es gibt auch sehr viele Lichtschaffende die sagen ich habe gehört da ist ein Problem.
00:29:21: Aber was soll ich denn tun und da ihm hinzugehen und zu sagen Okay das ist das problem warum müssen wir drüber reden?
00:29:30: Was können wir verändern?
00:29:32: Und das ist das Ziel dieses Netzwerkes, möglichst viele Menschen zusammenzubringen.
00:29:38: Das ist in den letzten Jahren immer wieder passiert durch das sogenannte European Dark Sky Symposium also ein europäisches Meeting, eine europäische Symposium wo solche Menschen zusammenkommen und diskutieren erzählen wie ihre Projekte laufen.
00:29:57: Wir wollen bisschen weg von diesem dark sky weil es geht nicht nur um den Himmel Auch um unsere Boden.
00:30:03: Und es geht auch nicht nur um Dark, also Dunkelheit, sondern es geht halt auch um gute Beleuchtung.
00:30:08: Das heißt, es sollen mehr Aspekte auf mit rein!
00:30:11: Das nächste Symposium wird sein im Oktober in Österreich im Kaunertal einem sehr dunklen Ort wo man richtig schön die Sterne sehen kann und dort wird auch wieder intensiv diskutiert werden wie geht das weiter?
00:30:27: Was können wir machen?
00:30:28: Wie können wir weiterkommen auch mit Gesetzgebung, mit Leitfäden.
00:30:34: Das ist eine wichtige Sache.
00:30:35: wie viel muss gesetzlich reguliert werden?
00:30:38: aber es ist einfach wichtig Lichtplanern was an die Hand zu geben und sagen das ist der richtige Weg sonst wird viel falsch gemacht ohne bösen Willen sondern einfach weil jemand nicht weiß wohin es gehen muss.
00:30:53: Also zur Light Pollution Coalition verlinken wir auch bei uns in den Shownauts und auch zu dem Termin des Symposiums im Oktober.
00:31:04: Abschließend, was wünschen Sie sich von allen denen die Planen?
00:31:10: Die Bauern, die unsere Städte mitgestalten, sei es in Behörden, in Ämtern oder auch in Architekturbüros bei Bauträger, bei Wohnungsbauunternehmen für die Zukunft!
00:31:22: Ich wünsche mir erst mal, dass das Bewusstsein entsteht.
00:31:25: Dass Licht nicht immer nur gut ist und eben auch stören kann, schaden kann.
00:31:30: Und gleichzeitig die Erkenntnis, dass Dunkelheit etwas sehr wertvolles, etwas sehr Schönes sein kann am richtigen Ort zur richtigen Zeit.
00:31:38: Und biologisch einfach notwendig auf.
00:31:40: wir Menschen brauchen Dunkelhalt.
00:31:42: Davon ausgehend wünsch ich mir, dass wir mehr darüber nachdenken wie kriegen wir die Beleuchtung besser hin?
00:31:49: Dass wir wirklich an Kompromissen arbeiten.
00:31:53: Die Weichen sind gestellt, auch gesetzlich.
00:31:57: Das Bundesnaturschutzgesetz ändert sich ja gerade in Bezug auf Licht.
00:32:02: also da wünsche ich mir einfach mehr Bewusstsein und dass die Leute mehr reinschauen und wenn sie Licht planen bitte nicht nur für die Leute die gerade draußen auf der Straße unterwegs sind sondern eben auch für die Menschen die in den Häusern wohnen und abends gemütliches Licht und Dunkelheit haben wollen Und eben auch für die Tiere und Pflanzen, die dort draußen sind.
00:32:24: Die diese Dunkelheit brauchen.
00:32:25: Sagt die Lichtforscherin und Biologin Annette Kropbenisch im Podcast.
00:32:31: Dankeschön für das Gespräch!
00:32:33: Gerne schön!
00:32:35: Ja, wir haben es gehört.
00:32:36: Die Menge des Lichts und die Art des Licht in unseren Städten hat Auswirkungen auf den Mensch, auf die Natur, auf Tiere und Biodiversität.
00:32:47: Lichtverschmutzung ist ein Thema, auf das auch die Städte und die Planenden und Bauenden reagieren müssen.
00:32:54: Im Quartiersentwicklung Neubau kann man von der ersten Planung an vieles richtig machen um mit der Ressource Licht bewusst und sinnvoll umzugehen.
00:33:04: Passend
00:33:05: zum heutigen Thema noch zwei Folgen, die Sie vielleicht auch interessieren könnten.
00:33:10: Folge seventy- drei Begegnung im halböffentlichen Raum des Phänomen Nachbarschafts.
00:33:16: Da geht es auch um den Aspekt Sicherheit.
00:33:18: Im Interview Professor Dr.
00:33:20: Talia Blokland, Professoren für Stadt und Regionalsoziologie Und über Signaletik im Quartier geht das in einer weiteren Folge also visuelle Orientierungssysteme.
00:33:33: Darüber spricht der Experte Natana Elgorda.
00:33:35: in Folge dreiundsechzig.
00:33:38: Am allerbest natürlich diesen Podcast abonnieren und kein Thema mehr verpassen!
00:33:43: Das war's für heute, danke fürs Zuhören und Danke an unseren heutigen Gast, Gedichtforscherin Annette
00:33:57: Grob-Benesch.
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