#73: Begegnung im halböffentlichen Raum: Phänomen Nachbarschaft

Shownotes

Was macht Nachbarschaft aus, wie entsteht sie und wie verändert sie sich? Welche Rolle spielen Begegnungen im halböffentlichen Raum für das Zusammenleben in der Stadt? Zum Thema "Phänomen Nachbarschaft" im Interview ist als Expertin Prof. Dr. Talja Blokland, Professorin für Stadt- und Regionalsoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Anfang 2026 hat sie den Max-Weber-Lehrstuhl an der New York Unversity übernommen wo sie zunächst bis Ende des akademischen Jahres 2026/27 zu Themen der Europäischen Studien lehrt und forscht. Klar ist: Räume schaffen, in denen sich verschiedene Menschen möglichst konsumfrei begegnen können - dieses Thema ist für Planenden und Bauende heute aktueller denn je. Nicht zuletzt durch den Bedeutungsgewinn des Aspekts der sozialen Nachhaltigkeit spielen in der Quartiersentwicklung und beim Neubau die begleitenden Wohnumfelder eine wichtige Rolle. Erkenntnisse aus der Stadtsoziologie und über das Phänomen Nachbarschaft können hilfreich sein, um hierbei wichtige Weichen rechtzeitig und mit dem richtigen Fokus zu stellen.


Weitere Infos zum Thema:

Humboldt-Universität zu Berlin: Lehrbereich Stadt- und Regionalsoziologie
Stadt- und Regionalsoziologie: Prof. Dr. Talja Blokland
BUWOG Podcast: Folge 53 Die emotionale Stadt, Interview mit Prof. Dr. med. Mazda Adli
BUWOG Podcast: Folge 24 Wie gelingt die Verkehrswende?


Moderation: Michael Divé
Technische Realisation: mmedien GmbH

Transkript anzeigen

00:00:00: Glücklich wohnen, so heißt ja dieser Podcast.

00:00:04: Das Spiel, das Zusammenleben mit den Menschen im Wohnumfeld ja eine wichtige Rolle, zum Beispiel eine gelingende Nachbarschaft.

00:00:11: Über Begegnungen im halb öffentlichen Raum und das Phänomen Nachbarschaft sprechen wir heute mit der Stadtsoziologin Professor Dr.

00:00:21: Talia Bluckland.

00:00:22: Sie ist an der Humboldt-Universität Berlin und aktuell Inhaberin der Max Weber Gastprofessor am Zentrum für europäische und mediterrane Studien an der New York University.

00:00:34: Also es gibt ein soziales Verständnis, was in meiner Beziehung, es gibt ein räumliche Verständnis.

00:00:38: und dann habe ich noch ein Verständnis von wie ich mit meiner Nachbarschaft umgehe, wenn ich mir mit anderen treffe.

00:00:44: Die räumliche Organisation der Gebäude ist zwar wichtig, da die soziale Beziehung ermöglicht, bestimmt sie aber nicht.

00:00:53: Wenn man oft auf der Strasse mit Unbekannten sich austauscht, dann fühlt man sich zugehöriger und man fühlt sich sicherer.

00:01:02: Deswegen sind die Nachbarschaften stärker, wo viele Menschen viel zu Hause sind und wo sie klein wohnen.

00:01:10: Da das ist nicht mehr so mit den anderen in Berührung, wenn das mit die Digitalisierung so weitergeht.

00:01:16: Begegnung im halb öffentlichen Raum des Phänomen-Nachbarschafts.

00:01:20: Unser Thema jetzt.

00:01:22: Glücklich

00:01:23: wohnen, der Buwok-Podcast.

00:01:26: Herzlich willkommen, Frau Prof.

00:01:28: Dr.

00:01:29: Talia Pluckland.

00:01:30: Dankeschön, freu mich, die Söhne.

00:01:32: Wir haben gerade schon ein bisschen gesprochen.

00:01:33: Sie sind jetzt in New York und eigentlich aber an der Humboldt-Universität in Berlin.

00:01:40: Genau.

00:01:41: Also, normalerweise bin ich seit fast fünfzehn Jahre Stadtsoziologin in Berlin und forsche auch viel zu Berlin, aber gerade habe ich da einen Auszeit als Gastprofessorin hier und mache dann so viel nicht nur auf Deutschland, aber auch weiter.

00:01:58: zu europäische Städte.

00:01:59: Wenn gleich über Ihre verschiedenen Stationen auch noch mal sprechen, Frau Prof.

00:02:03: Bluckland, Sie sind Professorin für Stadt- und Regionalsoziologie.

00:02:09: Welche Themen beschäftigen Sie in Ihrer Forschung da besonders?

00:02:13: Ist wahrscheinlich auch ein Forschungsgebiet, das noch nicht jeder gehört hat?

00:02:17: Ich glaube, jeder hat da irgendwie schon ... von Sachen gehört, die wir machen.

00:02:22: Und da die Stadtpsychologie oder die Stadtforschung in breitere Sinne beschäftigt sich ja mit Fragen, wie sind Städte eigentlich, wie dicke Städte, wie dicken Menschen in Städte, was bedeutet es, in Städte zu leben?

00:02:37: bestimmte Herausforderungen haben sie und wie verhalten sie sich dann natürlich auch zu die Regionen, die da rund um sind.

00:02:44: Wobei ich sagen muss, dass an unserem Lehrbereich schon immer der Fokus vor allem auf die Stadt und eher weniger auf regional gelegen hat.

00:02:52: An die meiste Deutsche Unis gibt es ja auch sehr starke regionalwissenschaftliche Center und insofern hängt das vielleicht auch ein bisschen damit zusammen, aber auch mit die Interesse von mir und meine Kolleginnen und Kollegen am Lehrbereich.

00:03:05: Fragen, die man so im im öffentlichen Raum, wenn man selber so unterwegs ist, in der Stadt sich schon stellt, warum ist das Park so dreckig?

00:03:13: oder wieso ist es eigentlich, wenn was in die... Trenn passiert, die Menschen vielleicht nicht unbedingt andere darauf ansprechen.

00:03:22: Warum steigen die Miete?

00:03:23: Wäre Rolle spielen andere Parteien als nur meine eigene Vermieter da, dass die Miete immer steigen?

00:03:28: Das sind halt Fragen, die, glaube ich, ganz viele Berliner und Berlinerinnen, aber auch Menschen anderswo in Deutschland sich regelmäßig stellen.

00:03:34: Und das sind die Fragen, die wir erforschen.

00:03:36: Und bei erforschen heißt dann vor allem, dass wir versuchen, Daten zusammen, Daten zu erheben, mit Daten von anderen Partien zu arbeiten, wovon man wirklich sagen kann, das ist jetzt nicht irgendwas, was ich nur in die Kneipe gehört habe, aber das haben wir halt systematisch bei bestimmten Gruppen in die Gesellschaft oder auch bei einem sehr durchschnittlichen, was wir dann ein Sample nennen, wobei wir einfach durchschnittlich unabhängig wären.

00:04:04: Du bist, wir kommen dann und befragen dich mit Survey-Instrumenten, die Menschen hat.

00:04:10: nach Ihren Meinungen, ihrer Erfahrungen, Fragen und das Zusammenführen und dazu dann Schreiben.

00:04:15: Andere Themen, die wir da bearbeitet, betreffen zum Beispiel auch, wie organisieren sich eigentlich Statistik-Institutionen und wie funktionieren die?

00:04:22: Und dann geht es zum Beispiel um die Frage, warum ist es so, dass die Grundschule unterschiedlich sind in, wie sie mit ihre Kinder umgehen?

00:04:30: Wir haben da auch während der Pandemie zum Beispiel was gemacht, wo wir mit Lehrerinnen gesprochen haben, wie ist das eigentlich, um jetzt mit die Pandemie umzugehen, unterschiedliche Bereiche in der Stadt?

00:04:40: oder Frage der, wie gut funktioniert eigentlich die Beziehung zwischen Bürger und die Polizei in Berlin?

00:04:47: Was ist eigentlich das Problem mit der Feuerwehr?

00:04:50: und diese ganze Frage von Grauch der Feuerwehr Bodycams?

00:04:53: Das sind halt Fragen an Forschungsprojekte, wo wir auch beteiligt sind.

00:04:57: Das ist ein breites Feld.

00:04:59: Ein breites Feld, und Sie haben gerade schon angesprochen, das Thema Daten.

00:05:03: Also es geht nicht um den Bauchgefühl und um die Meinung, sondern es geht darum, dass man beobachtet, misst, beschreibt und wissenschaftliche Fakten hinterlegt.

00:05:15: Genau, und es geht aber nicht nur um die Hinterlegen der Fakte.

00:05:18: Erst mal ist natürlich das Bauchgefühl von Menschen wichtig.

00:05:21: Wir sind auch in ihrem Bauchgefühl interessiert.

00:05:24: In der Sinne, dass viele Probleme, die wir haben oder Probleme, die wir erfahren, auch wenn die vielleicht gar nicht faktisch real sind, die hängen ja mit unserem Bauchgefühl zusammen.

00:05:33: Und deswegen fangen wir oft an mit Fragen, die wir spüren in unserer Beziehung einfach in der Stadt.

00:05:40: Und insofern sind diese... Ebene von wie fühle ich mir in der Stadt und wie viele Menschen in der Stadt sind für uns ein sehr wichtiger Anknüpfungspunkt, um dann zu sagen, ja, kann man da überhaupt systematisch was drüber sagen.

00:05:53: Und Sicherheitsempfinde ist davon vielleicht ein gutes Beispiel.

00:05:57: Wir haben mehrere Projekte zu Sicherheitsempfinde in Berlin, aber auch vorher schon in andere Städte gemacht, wo zum... Manche Leute sagen, hier ist doch alles toll.

00:06:07: Andere sagen, das ist ein schrecklich gefährlicher Ort.

00:06:10: Kopbusetor wäre das ein Beispiel.

00:06:12: Wir haben ein Kopbusetor mal ein Forschensprojekt gemacht, wo es wirklich ging, die Frage, wie wird Sicherheit der Erfahre und welche Faktoren bestimmen dann oder beeinflussen dann, dass Menschen sich sicher fühlen oder eher nicht oder vielleicht auch irgendwas dazu wissen.

00:06:26: Und da ist natürlich das Bauchgefühl spielter der Rolle.

00:06:31: wie dein Bauchgefühl oder ihr Bauchgefühl mit das von anderen verglichen werden kann und welche Teile da vielleicht auch gar nicht so persönlich sind und gar nicht so sehr mit mir oder mit ihnen oder mit anderen, was auf die persönliche Ebene erklärt werden kann, aber eher die vorgesehenen von gesellschaftlichen Änderungen.

00:06:52: Das schauen wir uns an und da leisten wir halt auch ein Konzeptuellen, was wir dann Konzeptuellen oder theoretische Ebenen leisten wir da einen Beitrag.

00:07:01: Ein Beitrag.

00:07:02: Und was ich damit meine, ist zum Beispiel Sicherheitsempfinden ganz konkret.

00:07:06: Menschen können sich darüber aufregen, dass es bestimmte Menschen in öffentlicher Raum gibt, wofür sie vielleicht Angst haben.

00:07:15: Unsere Frage ist dann, naja, was ist eigentlich Angst?

00:07:18: Wo kommt das her?

00:07:20: Warum hast du eigentlich Angst vor irgendwas, was du nur nicht erlebt hast?

00:07:25: Was ist das für ein Prozess?

00:07:26: Wie werden wir sozialisiert?

00:07:27: Welche Rolle spielen da z.B.

00:07:29: digitale Medien?

00:07:30: Wo wir Angst entwickeln für irgendwas, wo wir eigentlich aus unserer eigenen Erfahrung, unserer eigenen persönlichen Erfahrung, gar nichts erlebt haben, was Angst macht.

00:07:40: und trotzdem habe Angst.

00:07:41: Das ist interessant.

00:07:42: Das kann man versuchen zu verstehen, nicht auf die psychologische Ebene, sondern was macht... Macht es bei dir im Kopf, aber auf die gesellschaftliche Ebene.

00:07:51: Welche Diskurse führen dazu, dass wir manchmal Angst haben für Sachen, wovon wir eigentlich keine Ahnung haben und was eigentlich ein bisschen komisch ist, dass wir Angst haben für irgendwas, was wir gar nicht kennen?

00:08:03: Und da kann man das so theoretisch rangehen.

00:08:07: Das andere ist, dass die Frage, wenn nehmen wir das Beispiel... Jemand erzählt auf einem Geburtstagsfeier, wie schrecklich es ist, durch S-Bahn zu fahren, da wenn man in die S-Bahn ist, trefft man so viel Obdachloser und so.

00:08:22: Das kennen wir vielleicht, viele von uns kennen das vielleicht aus dem Alltag.

00:08:26: Für uns als Soziologe ist dann die Frage nicht so sehr, ist diese Person, die in der S-Bahn ist und vielleicht nicht riecht, als käme der Grad aus der Dusche, so wie die Leute, die gerade zur Arbeit fahren.

00:08:38: Oder anders sind es irgendwie als ... für manche Menschen als unangenehm oder vielleicht sogar ekelig erfahren wird.

00:08:46: Unsere Frage ist dann, warum ist der eigentlich in S-Bahn?

00:08:49: Welche?

00:08:49: was passiert in der Gesellschaft?

00:08:53: Was wir dann Struttrailebenen nennen, also dann geht es wirklich so um, was sind die wirtschaftliche Änderungen?

00:09:00: In Berlin ganz konkret, was ist die Änderung auf dem Wohnungsmarkt?

00:09:03: Wenn man sich fragt, warum gibt es so viele Menschen in die S-Bahn?

00:09:07: Wenn man da sitzt und sich das fragt, das Antwort ist halt, Nicht, die sind irgendwie alle Dorf.

00:09:13: Das Antwort ist eher, die Wohnungsmarkt entwickelt sich so, dass es für die meist marginalisierte Gruppe auf der Wohnungsmarkt am schwierigsten ist, noch an einem Wohnen zu kommen.

00:09:23: und dann ist es ja logisch, dass du dir in öffentlicher Raum mehr siehst.

00:09:26: Und das sind halt die Themen, die du bearbeitest.

00:09:29: Also viele spannende Aspekte, die da dranhängen, Sie haben ja selbst, Sie hatten es schon gesagt, jetzt gerade in New York wohnen Sie, Sie haben in Manchester gewohnt, in Rotterdam, New Haven, Sao Paulo, hab ich hier auf der Liste.

00:09:44: In der Thema ist ja heute Nachbarschaften.

00:09:47: Und wie ticken denn Nachbarschaften da unterschiedlich?

00:09:53: Also erst mal ist die Frage, was ist eigentlich Nachbarschaft und wie definieren wir die?

00:09:58: Und im Alter kann man sagen, ich weiß ja, was meine Nachbarschaft ist.

00:10:02: Da sind ja die Nachbarn, mit wem ich mich gut verstehe.

00:10:04: Oder man kann sagen, ich weiß, was meine Nachbarschaft ist.

00:10:07: Das ist den Raum bis zu... Sag mal, ich wohne irgendwo in der Schausseestrasse in Berlin.

00:10:13: Eigentlich habe ich gar kein Gefühl von Nachbarschaft, da alles ist hier in der Stadt.

00:10:17: Schausseestrasse ist ja wirklich im Mitte.

00:10:19: Wenn man eher so in Zehendorf wohnt, denkt man vielleicht, oh, meine Nachbarschaft ist nur bis an, wo das Wald anfängt.

00:10:24: Das Wald gehört nicht dazu.

00:10:26: Dann hätte man ja ein räumlicher Verständnis.

00:10:28: Also es gibt ein sozialer Verständnis.

00:10:29: Was sind meine Beziehungen?

00:10:31: Es gibt ein räumlicher Verständnis.

00:10:33: Was habe ich im Kopf als sort of mental map?

00:10:36: von was meine Nachbarschaft ist.

00:10:38: Das hängt oft mit Nutzung zusammen.

00:10:40: Oder es kann ja auch sein, dass ich eine Art Idealvorstellung habe.

00:10:44: Ich habe eine normative Verständnis, von was eine Nachbarschaft sein muss.

00:10:49: Und dann habe ich noch ein Verständnis von, wie ich mit meiner Nachbarschaft umgehe, wenn ich mir mit anderen treffe.

00:10:54: Also, wie repräsentiere ich meine, was ist die symbolische Wertung meiner Nachbarschaft?

00:11:00: Es gibt Leute, die sind stolz darauf, dass sie in Prenzlauher Berg wohnen und sagen, ich wohne in Prenzlauher Berg.

00:11:05: Es gibt andere, die sagen, ich wohne definitiv nicht in Prenzlauher Berg.

00:11:08: Ich kann mich damit überhaupt nicht identifizieren.

00:11:11: Das ist jetzt Mazzan, Prenzlauher Berg, Wedding, Neukölln, Kreuzberg.

00:11:15: Also jeder Bereich hat das eigentlich, dass man auch so einen Symbol dieser Ebene hat.

00:11:21: Das heißt, wenn Sie mir fragen, Was sind die Unterschiede zu Nachbarschaften?

00:11:25: Ist erstmal die Wiederfreiheit.

00:11:26: Welche Nachbarschaft wollen wir dann besprechen?

00:11:28: Ist das eher die Beziehung?

00:11:30: Und ich denke mal, das ist die Richtung, wo sie hinwollen.

00:11:33: Da sind die Unterschiede zwischen Städter und Innerhalb.

00:11:38: Die Städte natürlich schon sehr groß.

00:11:40: Und gibt es halt pauschal wenig, was man darüber sagen kann.

00:11:47: Und der Grund dafür ist, Das einzige, und das hat der Soziologe Philipp Abrams in den Achtzigerjahren in England schonmal gesagt, das einzige, was die Nachbarn definiert, ist, dass sie nebenan wohnen.

00:12:01: Und auch wenn wir in unser Alltagsprachen das anders verstehen, wir sagen zum Beispiel Freunde, Familie, Nachbarn.

00:12:09: Als wäre Nachbarn eine soziale Kategorie, was schon eine bestimmte Art von Beziehungen voraussetzt.

00:12:15: Und du siehst selbstverständlich, dass diese Rolle von Nachbarn sehr unterschiedlich ist, je nachdem wo man ist in der Stadt, aber auch je nachdem der soziale Schichte der Beteiligten.

00:12:28: Und eine der Gründe dafür ist ganz einfach und das ist wie mehr Zeit du in deine Nachbarschaft verbringst, sprich wie wenige andere Rolle du irgendwo anders erfüllst, wo mehr du natürlich eine Chance hast, dass du auch andere, die viel Zeit in die Nachbarschaft verbringen, immer wieder begegnet.

00:12:46: Und deswegen sind die Nachbarschaften stärker in sozialer Beziehung unter, die Menschen unter einander, dort, wo viele Menschen viel zu Hause sind.

00:12:56: Und wo sie klein wohne.

00:12:59: Da, wenn mein Haus sehr groß ist, muss ich nicht viel aus dem Haus.

00:13:04: Ich hab ja viel Raum, es gibt ja Leute inzwischen, die haben einen Kino im Keller.

00:13:11: Es gibt ja ganz viel, wofür wir das Haus gar nicht mehr verlassen müssen.

00:13:14: Wenn die Häuser weit auseinanderstehen.

00:13:17: Da das alles ein Familienhäuser sind, hast du andere Nachbarschaftsbeziehungen, dann, wenn du nah an den anderen in ein Dichte, in einem Haus mit vielen Wohnungen über einen anderen Hinterhof, Seitehof oder auch in Hochbauten.

00:13:31: So der Tipp der Baustruktur beeinflusst sowieso, wie die nachbarschaftliche Beziehungen sind.

00:13:38: Wobei die amerikanische Socialore, die dieses Jahr verstorben ist, herbert ganz.

00:13:44: und letztes Jahr natürlich, im Jahr twenty-fünfundzwanzig, und den ganz bekanntes Buch beschrieben hast, das heißt The Urban Villages, also die städtische Dorfbewohnerinnen, der hat immer gesagt, die räumliche Organisation der Gebäude, wie die Gebäude sind, ob das Einfamilienhäuser sind, Hochhäuser und so weiter, ist zwar wichtig, da die soziale Beziehung ermöglicht, bestimmt sie aber nicht.

00:14:12: Das heißt, Du kannst nicht davon ausgehen, dass wenn du auf dem Stimmte A die Nachbarschaft baust, dass da automatisch daraus folgt, dass die Nachbarn dann an eine irgendwie schön miteinander rumgehen oder so.

00:14:25: Wergetippe Nachbarschaft man hat, hangt deswegen teilweise von der Baustruktur ab, teilweise aber auch von.

00:14:31: wieviel Wohnraum hat man zur Verfügung und wieviel Zeit verbringt man tatsächlich im Alltag in der Nachbarschaft.

00:14:39: Dann kommen noch andere Faktoren dazu, so wie Einkommen.

00:14:42: Menschen, die viel Geld haben, sind mehr unterwegs.

00:14:44: Menschen, die mehr unterwegs sind, sind weniger darauf angewiesen, sich an die Nachbarschaft zu beteiligen und haben deswegen mehr Freiheit, sich zu entscheiden, ob sie nachbarschaftliche Beziehungen unterhalten oder nicht.

00:14:58: Und alle, die den Podcast-Hören, die zum Beispiel Kinder haben, die irgendwann aufwachsen, die kennen das.

00:15:04: Wenn die Kinder vier sind, hast du ganz andere Beziehungen in der Nachbarschaft, also wenn die vierzehn sind.

00:15:11: Du kannst vielleicht auf dem Spielplatz gehen mit den vierjährigen und dich da befreundet mit der einen oder der andere und dann wird aus Nachbarn freund und bleibt die Beziehung dauerhaft entstehe.

00:15:23: Aber sonst sehen, glaube ich, viele Menschen, dass man, was man sich mit anderen Eltern zwischen vier und zwölf oder vier und zehn viel Zeit verbringt und dass diese Beziehungen inhaltlich wieder ändern, wenn du sie eigentlich nicht mehr so richtig brauchst, da die Kinder alleine unterwegs sind.

00:15:43: Und das heißt, dass für all diese Nachbarschaftsbeziehungen keine fest fixierte Inhalte haben, aber im Alltag und im Lebenslauf sich immer wieder ändern.

00:15:54: Also aus Nachbarn können dann Freunde werden.

00:15:58: Grundlage ist, dass man sich begegnet und Grundlage ist, dass man irgendwie vor die Haustür kommt.

00:16:04: Man kann Nachbarn zu Freunden, von Nachbarn zu Freunden werde, ist aber kein Ideamodell.

00:16:10: Das Problem mit Nachbarn ist, wie gesagt, dass was sie ausmacht, ist, sie wohnen nebenan.

00:16:17: Wenn man sich mit denen aber befreundet und man streitet sich nachher.

00:16:21: Man wohnt immer noch nebendran.

00:16:23: Genau.

00:16:24: Deswegen, und das siehst du auch historisch in meiner ersten Buch, Urban Bonds, hatte ich eine historische Studie in Rotterdam von Wiesig-Nachbarschaft über, seit den neunzehn-dreiziger bis zu den neunzehn-neunzigern geändert hat.

00:16:36: Und da siehst du, dass sogar in den dreizigeren Jahren, weit vor den Zweite Weltkrieg, haben Menschen nicht ihre Nachbarn zu Freunden gemacht, in die Sinne von zu Hause eingeladen, ganz enge, dichte Beziehungen gebaut, da die Preis von Freundschaft zu streiten ist so hoch, dass es eigentlich ganz gut ist, mit den Nachbarn eher in dieses semi-öffentliche Raum sich aufzuhalten und sich vielleicht auf die Straße zu treffen, aber nicht unbedingt immer bei einander zu Hause.

00:17:04: So, wenn man da einen Widerstand in sich spürt, die Nachbarn zu Hause einzumaden, ist man nicht alleine.

00:17:09: Das ist eigentlich gar nicht so unbedingt ungewohnt.

00:17:13: Die Frage dann, was ist die Rolle der Begegnungsorte?

00:17:16: Die ist unterschiedlich groß, je nachdem, wie viel Ressource man hat.

00:17:21: andere Orte zu organisieren, wo man Leute treffen kann.

00:17:25: Wenn ich mir bei unterschiedlich war, eine anmelden kann, da ich mir das leisten kann, wenn ich vom Staat unterstützt werde, so wie hier in New York, wo die Rekreationscenter frei sind für alle unter- und zwanzig, wo man keine Gebühren zahlt, wo man nicht irgendwie da, dann kreiere ich natürlich Möglichkeiten, andere Sachen zu machen.

00:17:48: tun, die nicht unbedingt in meiner Nachbarschaft sind.

00:17:50: Fällt das alles weg?

00:17:51: Habe ich das alles nicht?

00:17:53: Dann bin ich ja sehr nur auf die Straße, den Platz, vielleicht den Kiosk, den Späti auf solche Orte angewiesen.

00:18:03: Aber ohne Begegnungsorte kann ich ja niemanden kennenlernen.

00:18:05: Also es braucht den Raum und der muss für alle erreichbar sein und muss mit geplant werden.

00:18:11: Was ist denn eine Kenngröße oder ihre Erfahrung?

00:18:13: Wie viel Begegnung braucht der Mensch, um sich zu Hause zu fühlen?

00:18:18: Also Nachbarschaft bedeutet ja auch ich kenne Leute, ich grüße Leute, das kann ein kurzes Nitten sein, das kann das Wissen sein, dass man den Wohnungsschlüssel beim Nachbarn lässt.

00:18:29: Wie viel Begegnung Qualitativ, quantitativ braucht es damit eine Anonymität im Wohnen aufbricht und man irgendwo ankommt, in Anführungszeichen.

00:18:40: Ja, es sind gute Fragen.

00:18:42: Sie sehen auch schon, wie stark das Thema, wie groß das Thema ist, da die erste Frage war, wie begegne ich, so dass ich Beziehung aufbauen kann.

00:18:53: Ja, und wenn ich das überall machen kann in der Welt, brauche ich das nicht unbedingt in meiner Nachbarschaft.

00:18:58: Wenn ich sehr auf meine Ort angewiesen bin, damit andere Ressourcen fehlen, muss ich das halt in das Nachbarschaftszentrum irgendwie machen.

00:19:05: Das ist eine Sache.

00:19:06: Dabei ist aber dann die Digitalisierung, spürt eine ganz große Rolle, da sehen wir auch alle, dass transnationale Beziehungen unterhalten, auch wenn ich ganz wenig Ressourcen habe, ist ja einfacher geworden durch die ganze soziale Medien.

00:19:21: an diese Gedanke, dass mein Nachbarschaft zu Hause sein muss und dass diese Zuhause als soziale Beziehung, dass ich dafür wirzelt sein muss, dass ich da irgendwie dauerhafte Beziehungen mit konkreter anderen Menschen brauche.

00:19:36: Da habe ich in meiner letzten, was auch in Deutsch erschienen ist, Community Gemeinschaft aus Irbane Praxis.

00:19:43: Da geht es in dem Buch viel darum, dass das eigentliche merkwürdige Gedanke ist, dass es von die Intense Ich kenne alle Beziehungen bei Namen, ob ich mir zu Hause fühle.

00:19:58: Dass zu Hause auch ein viel flexiblerer Konzept ist.

00:20:01: Das merken Menschen, die viel reisen, die merken das natürlich auch.

00:20:05: Wenn man in seinem eigenen Kontext bestimmte Codes in eine Nachbarschaft merkt, man sieht dann irgendwann etwas anders.

00:20:14: Und es ist eigentlich genauso.

00:20:16: Viel ist gar nicht so unterschiedlich, je nachdem, wo man ist.

00:20:20: Und man kann sich dann so eine neue Nachbarschaft auch relativ schnell aneignen.

00:20:24: Man hat relativ schnell verstanden, wie das hier so läuft.

00:20:28: Und dann kennt man noch keinen Mensch.

00:20:30: Und trotzdem weiß man schon ... Da brauche ich nicht reingehen, da kostet der Kaffee unbedingt mindestens neun Dollar.

00:20:39: Das ist ja, da siehst du an die, du wirst nicht reingehen.

00:20:42: Du siehst es ja von vorne hinaus, da du weißt dich ja.

00:20:44: in Berlin ist es ja genau so.

00:20:46: Wo die Kaffee billig ist, kann ich es.

00:20:47: ich sage, bevor ich den Laden betrete habe.

00:20:49: Und diese, diese Sache haben gar ganz wenig mit Personen zu tun und wir können uns trotzdem zu Hause fühlen.

00:20:57: In die Sinne von habe andere ein Auge darauf, wenn mir was passiert oder ist da ein Gefühl von Gemeinschaft, kann ich mein Fahrrad stehen lassen.

00:21:07: Diese Sache, die hangen schon davon ab, was für soziale Begegnungen wir in dem Raum haben.

00:21:13: Und das haben wir aber auch in unterschiedlichen Forschungsprojekten auch zu Gefühle von zu Hause zu sein oder sich sicher zu fühlen bei beiden Themen.

00:21:24: Die sind ja nicht gleich, aber ob ich mir zu Hause fühle oder ob ich mir sicher fühle in beide von diesen Themen, haben wir empirisch vor unterschiedlichen Nachbarschaften in Berlin feststellen können.

00:21:34: Mit empirisch meine ich, durch Umfragen, durch Leute zu verbreiten, haben wir feststellen können, dass wenn man oft auf der Strasse mit Unbekannten, die man weiter nicht kennt, sich austauscht, oder wenn man auf der Strasse oft jemand begegnet, die man von irgendwo anders schon mal gesehen hat, dann fühlt man sich zugehöriger und man fühlt sich sicherer.

00:21:56: Das heißt, das funktioniert in den Nachbarschaft wirklich auf die Ebene von, ach ja, der kenne ich ja, der wohnt ja irgendwie da in den anderen Haus.

00:22:04: Oder das ist doch der junge Mann, der immer mit seiner Fahrrad für den Pizza-Lade steht, der fährt hier immer die Pizzas aus.

00:22:13: Also diese Art von Kenne reicht aus, um ein Gefühl zu haben, ja, hier bin ich ja zu Hause.

00:22:18: Hier kann ich mehr... Das ist aber nicht in allen Nachbarschaften gleich.

00:22:23: Es funktioniert am stärksten.

00:22:24: In Nachbarschaften, die sich nicht so ändern, ist ja auch logisch.

00:22:28: Da, wo der Bäcker jetzt ist, war der Bäcker schon immer.

00:22:31: Und der Bäckermann oder Bäckerfrau oder Bäckerdivers war vielleicht auch schon immer da.

00:22:36: Die Nachbarschaften, die ganz viel Änderung haben, da ist es ein bisschen komplizierter.

00:22:42: Ein konkretes Beispiel ist da eine Hochbaugegend, wo wir das erforscht haben in Ostberlin.

00:22:48: Da sehen wir das... Wenn wir kombinieren, wie oft redest du mit jemand anders?

00:22:54: Wie oft begegnest du jemand, die du schon irgendwo anders begegnet hast?

00:22:57: Oder wie oft redest du mit Menschen, die du nicht kennst?

00:23:00: Diese Einfluss auf den Gefühl von Zugehörigkeit ist immer noch da.

00:23:06: Aber der Wohndauer, wo die normalerweise, wie lange ich da wohne, wie mehr ich das Gefühl habe, ich kann hier das alles, ich kenne das hier alles, ich begegne immer so Leute und so, diese Gefühl wird da durch die Wende-Moment unterbrochen.

00:23:24: So in den anderen Nachbarschaft sehen wir, dass wenn man da fünf und dreißig, vierzig oder zehn Jahre wohnt, das ist von vierzig Jahren durch die Wende bis zum heute eigentlich eine ziemlich gerade Linie ist, dass Zügerehörigkeit immer stärker wird.

00:23:42: Je nachdem ich mit anderem spreche, oder so, mit anderen Sprechen oder anderen schon kennen.

00:23:48: Das ist aber nicht so in einem Hochbau-Wendegebiet und es ist auch nicht so in einer anderen Nachbarschaft, die wir untersucht haben, wo durch die Änderungen der Mietpreise, die Einflug von Menschen aus Lande wie Amerika, Frankreich und so weiter, die dann keine Migranten, aber Ex-Spets genannt werden, aber auch durch migrantische Änderungen, dass da ist die Trend auch nicht so, dass man wie länger man da wohnt, wie mehr man sich zugehört fühlt.

00:24:17: Ich fand das ganz spannend, was Sie gesagt haben, je mehr man Kontakte hat und Interaktionen hat, desto zugehöriger fühlt man sich und desto sicherer fühlt man sich.

00:24:30: Nachbarschaft, Begegnung im halb öffentlichen Raum muss man auch üben.

00:24:37: Es gibt da auch so was wie ein Trainings-Effekt in Anführungszeichen.

00:24:41: Ja, und das hatten Sie schon angesprochen, das ist natürlich die Frage ist, von wie oft bist du eigentlich dann in so ein Raum, Räume wo du die andere so begegnest?

00:24:51: und dass die Freiheit das nicht zu tun, nimmt eigentlich Historisch immer zu.

00:24:59: Wenn ich an meine Großmutter denke, die aufgewachsen ist in einem ganz kleinen Wohnung in Amsterdam, damals hatten die noch keine Badezimmer, die ist sogar um zu... um sich zu waschen.

00:25:11: Die meist intime körperliche Aktivität, die es gibt, sich zu waschen, dafür hat sie ihr Haus verlassen.

00:25:18: Da die sind ja im Barthaus gegangen.

00:25:20: So für alles, was sie im Alltag machen müsste, es gab kein Telefon, es gab keine Dusche, sie musste einen Akkohlehohler für den Heizung.

00:25:31: Für alles, was man gemacht hat, ist man vor der Tür gegangen.

00:25:35: Nicht, dass meine Großmutter so gerne mit ihren Nachbarn, das weiß ich gar nicht, aber um ihre Alltag zu bewältigen, ist sie vor alles vor der Tür gegangen.

00:25:44: Jetzt leben wir, ah no, in den Kontext, wo du es schaffen kannst, für nichts mehr vor der Tür zu gehen.

00:25:55: Du kannst die Gitarre arbeiten, du kannst die Gitarre einkaufen, du kannst nicht die Gitarre duschen, aber wir haben ja alle eine.

00:26:03: Im Kotzen der Notwendigkeit, um vor der Tür zu gehen für meine Großmutter aus der Arbeitsklasse in den kleinen Wohnungen in Amsterdam rund um den Zweiten Weltkrieg, bis zu jetzt, diese historischen Notwendigkeit ist total abgenommen und die ist ungleich verteilt.

00:26:21: Das heißt, sie und ich so, wir sitzen jetzt in unserer digitale Begegnung, wir haben in unserer Arbeitsumstände ganz viel Freiheit, nicht für die Tür zu gehen.

00:26:34: Das ist aber nicht der Fall für die Frau, die, wenn wir aus unseren Räumen weg sind, hier die Büros putzen kommt.

00:26:42: Oder der Mann oder die diverse Person, die das macht.

00:26:45: Oder für die Leute, die hier die ein Meter Schnee, die hier gerade in New York liegt, von der Straße wegschaffen.

00:26:52: Also diese Möglichkeit.

00:26:55: Nicht an Nachbarschaft teilzunehmen, nicht für das Alltagsleben vor der Tür zu gehen, die es je nach Schicht ungleich vertellt.

00:27:02: Und da sieht man natürlich in Städte sowie Sao Paulo.

00:27:06: Sieht man das noch viel extremer?

00:27:08: Da ist nämlich noch die Wohnung auch nicht gegeben.

00:27:10: Da ist natürlich auch diese Davo-Menschen wirklich... in sehr selbst gebaute kleine Shackles, so kleine Häuschenwohnen.

00:27:22: Da wird natürlich nichts mehr im Haus gemacht, außer Schlafe.

00:27:25: Da findet alles im Raum statt.

00:27:27: Sie haben das eben ja historisch so nach der Zeichnung.

00:27:30: Früher waren die räumlichen Strukturen zwangsläufig, so dass man jeden Tag mit Menschen interagierte, hat andere Leute gesucht, hat zwei für zwei vorbeigehen musste.

00:27:41: Jetzt, wir bestellen Essen per App, wir kriegen die Dinge geliefert.

00:27:45: Was macht das denn mit den Menschen?

00:27:48: Wir hatten hier, das darf ich Tisern und auf Werbung machen, wir hatten hier zu Gast den Stressforscher Prof.

00:27:55: Mazda Adli, der Stadtstress hier sehr eindrucksvoll beschrieben hat und der von einer Art Isolationsstress gesprochen hat.

00:28:06: Er ist ein bisschen anderesfach.

00:28:08: Und hier hat es so sein.

00:28:09: Also ich glaube, dass ihr macht mit seiner großartigen Forschung so einen ganz, deckt da einen ganz spezifischen Ecker ab, denke ich.

00:28:18: Ich glaube, wenn es um, was für Stocialogie immer eine relevante Frage ist, und da stellen wir halt ein bisschen andere Fragen aus die Psychologen und die Psychiatra, ist, was macht die Zugriff auf Ressource in der Stadt und wie gleich oder ungleich ist die verteilt?

00:28:35: Und welche Möglichkeiten hat jeder von uns?

00:28:38: seine, seine Lebe so zu gestalten wäre.

00:28:42: Ressourcen brauchst du dafür und wie hast du darauf Zugriff?

00:28:45: Wenn manche von uns alles digital machen können und drinnen bleiben dürfen und andere aber diese Möglichkeiten nicht haben oder sogar, und das ist was Johna Hörnig von der TU Berlin viel beschrieben hat als urbaner Fragmentierung, dass da die Dinge, die ich bestelle, werden natürlich immerhin noch von jemandem geliefert.

00:29:10: Und diese unterstützende, unsichtbare Schicht der städtische Lebe, die diese Zuhause bleiben, überhaupt erst ermöglicht, ist getrennt von den anderen.

00:29:24: Deswegen ist Präzifon fragmentiert, dass es nicht mehr so mit den anderen in Berührung, wenn das mit die Digitalisierung so weitergeht.

00:29:32: Der Stress der Einsamkeit ist wirklich ein Thema, womit mir ich nicht beschäftige, was ich aber, was mir sehr beschäftigt, ist die Frage, wo wir eigentlich ein bisschen mit angefangen sind.

00:29:46: Und dann habe ich gesagt, ja, wir untersuchen zum Beispiel gerne, was Leute so, wie das Bauchgefühl irgendwie zustanden kommt.

00:29:56: Und das Bauchgefühl der Angst, wenn wir dabei mal bleiben, oder das Bauchgefühl, dass das Fremde ein Bedrohung ist.

00:30:04: Was ich gerade an bearbeitet bin in meinem neuen Projekt, was von der Volkswagen Stiftung letztes Jahr finanziert war, ist, welche Rolle spielt den nicht in öffentlicher Raumbeteiligung, also viel drinnen sein oder in meinem eigenen Kreis oder vielleicht auch auf die Nachbarschaftsebene, in meiner eigenen renovierten Aufbau-Nachbarschaft, mit was denn gerade so, diese nach innen gedrehter Cocooning oder diese Idee, dass man in seiner eigenen Kreis gedreht ist, ob das jetzt nur digital ist oder auch anders.

00:30:42: Was bedeutet das für das stettische Leben in mehr breitere Sinne?

00:30:46: Das geht ein bisschen über Nachbarschaft hinaus, aber es ist, glaube ich, total wichtig, dass die These, die ich gerade bearbeitet habe, die Möglichkeit ist, dass ich Angst und Hass entwickeln kann, die andere mir erklären.

00:31:03: wie die Welt funktioniert, dass sich sozialisiert wird in eine bestimmte Richtung, statt dasselbe zu erfahren und dass meine eigene Erfahrung nicht mehr funktioniere als Ausgleich, die nimmt, glaube ich, zu, wenn wir uns mehr in diesen nach innen gedrehte Kreise aufhalten.

00:31:22: Und eigentlich würde ich dafür plädieren, dass wir alle einen Anspruch haben auf Diskomfort, also nicht auf Komfort, nicht auf... Schönheit und Warmte und Wärme usw.

00:31:35: Das wissen ganz viele in Deutschland ganz gut, für sich zu organisieren.

00:31:39: Aber wir haben einen Anspruch auf nicht komfortabel sein.

00:31:43: Wenn wir nicht komfortabel sind in unserer eigenen Erfahrung, nicht in was wir irgendwie im Fernsehen sehen oder auf unsere App, aber wenn wir selber körperlich mit unserer ganzen Wese nicht komfortabel sind, dann müssen wir uns fragen, wo wir stehen.

00:32:01: wo andere Menschen stehen, was es bedeutet, ein Ander zu sein, dann wäre mir halt in eine Perspektivwerksung gezwungen, die es sonst nicht gibt.

00:32:11: Und wie segregerter unsere Städte, wo mehr die Aussehe wie Disneyland und wo mehr die andere an der Rente von dieser Disney-Umgebung verdrängen, wie mehr die Stadt fragmentiert, wie mehr wir Leute das Recht wegnehmen, sich zu stören, sich zu ärgern, Unangenehme Sachen zu riechen, unangenehme Sachen zu hören und zu leiten und deswegen auch sich damit auseinanderzusetzen und damit in Verbindung zu kommen und damit selber zu überlegen.

00:32:42: Selber, nicht von irgendeiner politischen Partei, die irgendwas rufen, sondern irgendwelchen Menschen, die sagen, welches Essen gut ist oder nicht und wo wohnen wir und so weiter.

00:32:51: Dichlich selber zu erfahren, das nimmt halt ab.

00:32:55: Das war für meine Großmutter einfacher, da die war ja immer selber in der Stadt unterwegs.

00:33:00: Mein Punkt ist, dass wenn man das städtische Leben nicht so organisiert, dass es Diskomfort behaltet, dann schaffen wir unser eigenes Problem.

00:33:11: Machen Sie mal ein Beispiel, wie diese Diskomfort, also sagen wir mal, die Unbequemlichkeit, wie die in der Stadt finden kann oder wer so eine Unbequemlichkeit herstellen müsste.

00:33:24: Ja, man musste nicht die Unbequemlichkeit herstellen, man musste den nicht ausgradieren.

00:33:28: Also es ist eine Frage der Verdrängung.

00:33:30: Wenn man zum Beispiel, ich finde das immer das Zentrum von Prag, finde ich davon ein gutes Beispiel.

00:33:36: Da ist man ganz weit gegangen, in das für Touristen und andere Besucher super schön zu machen.

00:33:42: Aber die Konsequenz davon ist, wenn man da ist, dass man eigentlich alle Ingrediente von einer Disneyland... Da hat, nein, das ist wie ein Vergnügungssprach.

00:33:52: Das kannst du da machen auf dem Wasser.

00:33:53: Du kannst ja alles essen, was du so essen willst.

00:33:56: Du kannst da irgendeine Horrormuseum besuchen.

00:34:00: Du hast eigentlich alles da für in Disneyland.

00:34:04: Aber was du nicht mehr siehst, sind viele der checken selber, die da schon längst nicht mehr hingehen.

00:34:10: Was du nicht mehr siehst, ist der Typ, der vielleicht arbeitslos ist und irgendwo seine Bier auf der Bank trinkt.

00:34:17: Du siehst nicht mehr.

00:34:19: die Menschen, die Jobs machen, um das Ganze irgendwie in Stande zu halten.

00:34:25: Du siehst eigentlich, dass das, was der Stadt ausmacht, seine Diversität, seine Heterogenität, seine Kontraste, die sind da eigentlich aus dem Raum ein bisschen weg.

00:34:35: Und wenn du in so ein Stadt wie Sao Paulo nimmst, da hast du ja inzwischen ganze Bezirke, die außerhalb der Stadt gebaut worden sind, wo ein Mauer drum herum steht und da binnen ist alles schön.

00:34:49: Hoch von Mauer und anderer Sicherheitssache abgeschlossen?

00:34:53: Also solche Gated Communities, aber die sind ja in Deutschland und Österreich nicht damontgeber, sondern das ist ein Phänomen, das wir hier noch nicht haben.

00:35:06: Nein, nicht in dem Form,

00:35:07: genau.

00:35:08: Drehen wir es mal positiv um Sie als Stadtsoziologin.

00:35:12: Was wünschen Sie sich von denen, die Planen und Bauen, die Quartiere bewirtschaften, die Quartiere sanieren, die aber auch Quartiere oder größere Komplexe neu entwickeln?

00:35:26: Da sind viele Stadtplaner, die da viel bessere Antworten haben als die Soziologen natürlich, aber ich weiß nicht, anfangen mit den Theses, die, glaube ich, immer noch wichtig ist und auch sehr bekannt.

00:35:37: Und jetzt erzähle ich was, was alle die zuhören und aus dem Fachkommission kennen.

00:35:42: Und das ist Jane Jacobs' Descent Life of the Great American Cities, was in den sechsten Jahren geschrieben ist, wo Jane Jacobs gesagt hat, wenn wir planen müssen, wir planen für Diversität, wir müssen vor allem auch planen, dass du viele Wege entgegen kannst.

00:35:56: So ein Park

00:35:58: muss.

00:35:58: Zum Beispiel ist eine von Ihren Beispielen, dass sie sagt, ein Park funktioniert vor allem dann gut, wenn es nicht nur ein Aufenthaltsort ist, aber auch ein Durchgangsort.

00:36:07: Wenn es den kurzen Weg durch den Park ist, irgendwo hinzugehen, dann führt das zu einer anderen Nutzung.

00:36:13: Und das ist in ganz vielen Forschungsprojekten auch von CITALO, die hier an der Uni ist, bestätigt worden.

00:36:18: Parken funktionieren vor allem dann gut, wenn sie nicht nur für bestimmte Gruppe organisiert sind am Durchgangsort.

00:36:24: Andere Sachen, die... um diese Diskomfort mal zu begegnen.

00:36:29: Aber trotzdem wollen wir natürlich Spielplätze ohne Spritze und so.

00:36:34: Verstehen Sie mich jetzt nicht falsch, dass ich da für was anderes plädiere.

00:36:38: Dann ist wieder diese funktionelle Trennung innerhalb dieser Räume.

00:36:42: So öffentliche Plätze, wo ganz klar ist, wo läuft der Hund?

00:36:47: Und wo ist der Spielplatz?

00:36:49: Und wo ist den Raum für andere sich aufzuhalten?

00:36:52: Die funktionieren besser als... Orte, wo das alles ein bisschen an sich überlassen wird.

00:36:58: Wo das irgendwie... Die Frage ist, glaube ich, die ich mir gerne hätte, dass da Menschen, die Orte entwickeln, sich immer stellen, ist, wenn dann dann so schöne Bilder von den Architekten gemacht werden, wo dann so der zwei Typen mit den Kinderwagen oder auch der Frau und der Mann mit den Kinderwagen, entweder raufgeskizziert werden, ist, wo geht der... Flaschen sammeln wir hin.

00:37:26: Das steht ja nie drauf.

00:37:28: Es gab irgendwann mal in Berlin so einen Umbau von einem Platz in der Inner City, an der Innenstadt, wo ich gedacht habe, ja, das ist mal schön gezeichnet, aber die Menschen, die hier auf dem Bild gezeigt sind, sind überhaupt nicht die Menschen, die in der Wohnung hier herum wohnen.

00:37:47: Also dann habe ich mir gefragt, warum ist das so.

00:37:51: Der Raum muss ja eigentlich geplant worden für die Menschen, die hier sind und nicht für ein Idee, für wen den Raum dann ist, wenn der einmal eingerichtet ist.

00:38:01: Was immer wieder in der Literatur, auch schon echt seit Jahren betont ist, ist, dass öffentliche Raume vor allem dann gut funktionieren, wenn Sachen gleichzeitig durchgangen und Begegnungen sind, wobei du Flexibilität behaltest.

00:38:18: Was schlecht funktioniert, relativ schlecht funktioniert, aber das wissen ja eigentlich die meisten Planer, glaube ich auch schon, sind bestimmte Bänke, bestimmte Möbungen im öffentlichen Raum, die nicht flexibel sind.

00:38:30: Paris ist davon ein großartiges Beispiel mit seinen... Stühle im Park, die man überall hinstellen kann.

00:38:37: Aber auch Bryant Park hier in New York, da stehen Klopbstühle, die kannst du nehmen, kannst du in die Hand anders hinsetzen.

00:38:43: Und dann kann man sagen, die werden dann geklaut.

00:38:44: Ja, habe es dann in New York gesagt, das stimmt, die werden geklaut.

00:38:47: Und wir setzen einfach wieder neue Hände so lange, bis sie nicht mehr geklaut werden.

00:38:51: Und glauben Sie, irgendwann werden die nicht mehr geklaut.

00:38:54: So, da ist halt ein... Da entsteht eine Flexibilität, von wo setze ich mich hin, ein bisschen weiter, von jemand Anderes und so.

00:39:02: Und was mir auf jeden Fall politisch, glaube ich, braucht, ist diese Idee, dass man, wenn man da einen Zaun drum stellt oder einen Mauer oder irgendwie den Zugang von bestimmten Gruppen einfach

00:39:16: unmöglich

00:39:17: macht oder auf bestimmte Uhrzeit unmöglich macht, dass man damit das Problem irgendwie... Das Problem, was auch immer das Problem ist, das Problem der Unsicherheit, das Problem der Drogenhandel, dass das irgendwie wirkt, das ist einfach lächerlich.

00:39:33: Das sechste Jahrforschung zeigt, dass das nicht funktioniert.

00:39:37: Also, das ist nicht den Weg.

00:39:40: Also, man sagt, und das ist natürlich, was du in Sao Paulo, wenn wir sagen, ja, wir haben die Gated Communities noch nicht, was du in Sao Paulo siehst, aber auch in Teilen von anderen Städten aus New York, wo diese Gated Communities entstehen, ist, wenn die Herabwertung der anderen Menschen so groß ist, dass eigentlich der Mainstreamgedanke ist, die gehören hier nicht hin.

00:40:06: Wir wollen diesen Menschen nicht.

00:40:10: Wir haben die so abgewertet, dass die eigentlich schon nicht mehr ganz Menschen sind.

00:40:16: Ja, da kannst du auch Mauer bauen.

00:40:18: ist trotzdem unerfolgreich gesehen, dass auch das nicht funktioniert.

00:40:22: Du kannst mauerbauen, wie du willst, aber es wird ja nicht funktionieren.

00:40:25: Und insofern ist da, glaube ich, diese, in Deutschland, diese Gedanke, dass das dem Weg ist, abzuschotten und zu sagen, das geht ja nicht.

00:40:38: Das wissen wir.

00:40:41: Und das meine ich mit den Anspruch auf Diskomfort.

00:40:43: Ich glaube, das ist... Super wichtig ist, dass wir sorgen, dass unser Wohnungsmarkt anders funktioniert, als was der jetzt tut.

00:40:50: Dass unser Schusssystem weniger rassistisch, weniger diskriminierend ist und das einfacher ist, Bildungswege zu Ende zu bringen.

00:40:57: Das sehen wir immer wieder in unserer Forschung mit Jugendlichen, das ist ein riesen Problem.

00:41:02: Dass wir an die Stelle, was tun unsere Institutionen in der Stadt nicht richtig, so dass es immer schwieriger wird, teilzuleiben und nicht marginalisiert zu werden?

00:41:13: Welche?

00:41:14: Was müssen wir da in unsere Institutionen, in unsere geflüchtete Heime, in den Schulen, in den Sozialarbeiter?

00:41:23: Was müssen wir da besser leisten, sodass wir Leute weniger marginalisieren?

00:41:28: Und dann ist die Aufgabe, Diskomfort auszuhalten für den einzelnen Bürger oder der einzelne Gebirgerin auch nicht so schwer.

00:41:38: Jetzt die Debatte zu führen, dass wir bessere Nachbarschaftsbeziehung erbrauchen, oder die Leute sonst sich besser verstehen, oder wir sollen freundlicher zueinander sein, oder weniger gestresst, oder mir oder weniger rauszugehen oder andere psychologische Technik anzuwenden, um die Stadt auszuhalten.

00:41:54: Alles gut im Well kann man alles sagen, aber finde ich auch, dass wir das aushalten sollten, aber gleichzeitig müssen wir sehen, dass warum das alles so schlimm erfahren wird.

00:42:08: Zwei Gründe hat.

00:42:09: Eine.

00:42:10: die Sozialisierung nicht durch Erfahrung, aber auf andere Art und Weise.

00:42:17: Das Lernen über der Stadt, nicht, da ich es lerne, da ich es erfahre, aber da ich in die Richtung sozialisiert werde, durch meine Medien, durch alles, was ich lese, durch alle Zeitungen, die schlechte Journalistik betreiben, das ist das eine und das andere ist, das muss ich sehen.

00:42:34: Das ist nicht ich, das kommt von dort.

00:42:36: Und das andere ist, dass wir analysieren müssen, Welche institutionelle Änderungen wir brauchen, um diese Zunahme der Marginalisierung zu stoppen?

00:42:47: Das ist nicht so, dass die Frau die morgens der S-Bahn nimmt und sich an diese Person, die sie unangenehm riechen, findet, dass sie in sich selbst gehen müssen und sagen, ich fühle mich jetzt schlecht.

00:42:57: Ich habe ein schlechtes Gefühl gegenüber dieser Person und ich bin ja eigentlich ganz tolerant und eigentlich und ich fühle mich jetzt schlecht, dass mir das anwidert.

00:43:05: Eigentlich ist die Frage, warum nimmt das zu?

00:43:09: Warum haben wir in der Gesellschaft so viele Menschen?

00:43:12: Und was tun wir an uns Institutionen, damit das besser wird?

00:43:16: Ich danke Ihnen für das Gespräch bisher.

00:43:18: Ich wünsche Ihnen noch eine gute Zeit in New York.

00:43:22: Und vielen Dank, dass wir mit Ihnen zusammen das Phänomen Nachbarschaft und wie das eine und das andere irgendwie zusammenhängt, ein bisschen entschlüsseln durften.

00:43:33: Dankeschön, Prof.

00:43:34: Dr.

00:43:34: Thalia Blockland.

00:43:35: Ihnen auch.

00:43:36: Also klar ist, Räume prägen Menschen.

00:43:40: Diesen Sinne kann man im Planen und Bauen vieles richtig machen, um Begegnung anzukriegen und nachbarschaftliches Miteinander zu fördern.

00:43:48: Das ist auch ein Beitrag zur sozialen Nachhaltigkeit.

00:43:53: Zum Thema heute passend darf ich empfehlen unsere Folge drei und fünfzig, die emotionale Stadt, wie Städte das wohl befinden, beeinflussen.

00:44:01: Im Interview der Stressforscher Prof.

00:44:03: Dr.

00:44:03: Marzda Adli und in Folge Vierundzwanzig besprechen wir mit zwei Expertinnen vom Verkehrsklub Deutschland, welchen Beitrag die Verkehrswende leistet für lebenswerte Quartiere, in denen sich Menschen dann auch begegnen.

00:44:18: Das war es für heute.

00:44:20: Dankeschön und bis zum nächsten Mal am Mikrofon bei Michel Diwe.

00:44:23: Das war

00:44:24: Glücklich

00:44:24: Wohnen, der BuWog Podcast.

00:44:27: Überall, wo es Podcasts gibt und

00:44:29: auf buwock.de.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.