#72: Die Stadt der kurzen Wege
Shownotes
Wie können Städte so gestaltet werden, dass Alltagswege kürzer werden, umweltfreundliche Mobilität gelingt und mehr Lebensqualität entsteht? Um die Stadt der kurzen Wege als Leitbild geht es zum Start der 12. Staffel von „GLÜCKLICH WOHNEN – der BUWOG Podcast“. Zu Gast ist die Architektin, Stadtforscherin und Professorin Dr. Tatjana Schneider, Leiterin des Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur und der Stadt (GTAS) an der TU Braunschweig.
Die Stadt der kurzen Wege ist ein Leitbild in der Stadtplanung, das an historisch gewachsene Stadtstrukturen in Europa anknüpft. Geschichtlich waren Wohnen, Arbeiten, Versorgung und Freizeit immer eng miteinander verflochten, erst später wurden die Funktionen getrennt. Wie kann mit dem Leitbild der Stadt der kurzen Wege der nachhaltige Umbau der Städte gelingen und welche internationalen Beispiele gibt es dafür? Das erklärt die Wissenschaftlerin Prof. Dr. Tatjana Schneider im Podcast-Interview.
Weitere Infos zum Thema:
TU Braunschweig: Institut für Geschichte und Theorie der Architektur und Stadt
Themenspezial des Umweltbundesamts: Die Stadt für Morgen
BUWOG Podcast: Folge 35 Interview mit Mobilitätsforscher Prof. Dr. Andreas Knie
BUWOG Podcast: Folge 24 Wie gelingt die Verkehrswende?
Moderation: Michael Divé
Technische Realisation: mmedien GmbH
Transkript anzeigen
00:00:00: Die Stadt der kurzen Wege.
00:00:01: Das ist heute unser Thema im Podcast.
00:00:04: Wie können Städte aussehen, in denen in fünfzehn Minuten alles erreicht ist?
00:00:10: Dass Auto aber nicht mehr das Bild prägt.
00:00:13: Und wie müsste man heutige Städte für die Zukunft fit machen?
00:00:17: Zu diesem Thema sprechen wir mit der Professorin und Architektin Tatjana Schneider.
00:00:24: Ich sehe diese Gebiete als wahnsinnige Ressource.
00:00:26: Die sind gebaut, die sind
00:00:28: in
00:00:28: vielen, vielen Teilen solide.
00:00:31: Es hat Vorbildcharakter aus meiner Sicht, weil wir sehen, in welch kurzer Zeit Städte, die ja vielleicht eher so starre Biester scheinen, doch auch umgestaltet werden können.
00:00:42: Weniger Autos, mehr Mensch.
00:00:46: Ich sehe das schon als akkupunkturelle Eingriff.
00:00:48: Das ist ein Stück weit, wir reden häufig über urbane Akkupunktur.
00:00:52: Die Stadt der kurzen Wege, unser Thema
00:00:55: jetzt.
00:01:00: Herzlich willkommen zu dieser Folge.
00:01:02: Heute geht es um die Stadt der kurzen Wege.
00:01:05: Ein Leitbild in der Stadtplanung.
00:01:08: Das verspricht, Alltagswege zu reduzieren und Lebensqualität zu erhöhen.
00:01:12: So die Idee.
00:01:13: Welche Chancen und Herausforderungen das mit sich bringt, das bespreche ich mit der Expertin Prof.
00:01:19: Tatjana Schneider.
00:01:20: Sie ist Architektin und Leiterin des Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur und der Stadt.
00:01:29: an der TU Braunschweig.
00:01:31: Das Institut hat eine Abkürzung G-T-A-S.
00:01:35: Forschung und Lehre führten sie unter anderem an die Universitäten von Venedig, Hamburg und Nanjing in China und in Amidabad in Indien.
00:01:46: Willkommen Prof.
00:01:47: Tatjana Schneider.
00:01:49: Hallo.
00:01:49: Ich habe bei den Städten wahrscheinlich ganz viele vergessen.
00:01:52: Sie sind international viel unterwegs.
00:01:55: Ja, immer wieder gerne.
00:01:58: Ich finde es ganz wichtig, den Blick von außen auf unsere eigenen Städte zu werfen, den außereuropäischen Blick zu finden, aber dann auch aus anderen Situationen zu lernen.
00:02:10: Ganz häufig ist es ganz wichtig, die Perspektive zu wechseln.
00:02:16: gleichzeitig zwei Sachen zu sehen.
00:02:18: Einerseits, dass wir vielleicht ganz viele Sachen schon gut machen, aber andererseits auch, dass manche Sachen doch auch noch anders oder besser gemacht werden
00:02:27: könnten.
00:02:28: Wenn ich an die Stadt Amedabad denke, in Indien, ich musste ehrlicherweise gucken, wo das ist.
00:02:33: Das ist West Indien, hat rund sechs Millionen Einwohner und ist bekannt für Verkehrsstau und eher chaotische Innenstädte im Vergleich zu hier.
00:02:42: Ja, aber dann ist Amedabad auch bekannt für ein ganz starkes Engagement im Bereich der Architektur.
00:02:48: Gerade in den fünftiger und sechziger Jahren wurde da sehr viel öffentliche und soziale Infrastruktur gebaut mit sehr großem Engagement durch die lokale Regierung.
00:02:57: Und dieses Erbe, das wirkt auch so ein Stück noch nach.
00:03:00: Und die indischen Stadt oder gerade diese Stadt, die hat tatsächlich, und das bringt uns vielleicht auch gleich schon ein bisschen zum Thema, ein sehr, sehr dichten Kern, in dem sehr, sehr viel fußläufig passiert.
00:03:13: Tatsächlich kann man da kaum mit dem Auto rein, weil die Stadt so dicht ist.
00:03:19: Und die Stadt hat mich einfach auf ganz, ganz viele Weise immer wieder so ein Stück weit wahnsinnig inspiriert und nimmt mich immer noch mit.
00:03:26: Also fasziniert und gepackt von dem, was da zu erleben und zu erfahren gibt.
00:03:34: Damit sind wir eigentlich beim Thema.
00:03:35: Es geht hier um das Leitbild der Stadt, der kurzen Wege.
00:03:40: Ist das ein neues Konzept oder ist das eines, was schon ein bisschen älter ist, aber was vielleicht auch so in Zyklen immer mal wieder hochgespült wird?
00:03:49: Ja, das Leitbild oder in die Stadt der kurzen Wege ist sicher kein völlig neues Konzept, sondern auch basierend auf gewachsenen städtebaulichen Situationen.
00:03:57: Also, es ist sicher als Konzeption, es ist etwas Neu gefasstes und hat sich in den letzten Jahrzehnten auch als Kritik an einer vielleicht eher am Auto an der autogerechten Stadt, die ja in den Nachkriegsjahren, vor allem in West-Europa entstanden ist, aber sonst auch global stark umgesetzt wurde, doch auch eine Kritik darstellt an dieser fokussierten Stadt auf das Auto, auf Wege, die mit dem Auto zurückzulegen sind.
00:04:28: Und diese, die vielleicht ursprünglich eher kompakteren Strukturen, weil sich Menschen eben auch anders fortbewegt haben, mit Fußläufig fortbewegt haben, mit dem Fahrrad mit öffentlichem Verkehr auch fortbewegt haben.
00:04:41: Die wurde so ein Stück weit durch die Autogerechtigkeit auch aufgelöst.
00:04:47: Autos dann eben auch privat besessen.
00:04:49: Und das hat viel, viel, viel an den Städten verändert.
00:04:52: Und das, was wir jetzt vielleicht seit mittlerweile zwanzig Jahren wieder diskutieren, also so eine Rückbesinnung auch auf die Werte, so einer fußläufig erfahrbaren Stadt, die ist eben auch eine Kritik an dieser Stadt, die ganz lange eben nur sehr einseitig auf Mobilität geschaut hat.
00:05:11: Sie haben gerade schon gesagt, geschichtlich war die Stadt ja eigentlich fußläufig früher erfahrbar.
00:05:17: Also wir reden von Europa und wir reden irgendwie von Städten, die sich vielleicht aus Burgen ergeben haben.
00:05:23: Also dichte Stadtkerne, wie war das und wo gab es diesen Paradigmenwechsel, dass diese Fußläufigkeit irgendwann nicht mehr drin war?
00:05:33: Genau.
00:05:35: Die Fußläufigkeit hat sich so ein Stück weit vielleicht auch mit der Erfindung der Eisenbahn Aufgelöst.
00:05:42: Die Eisenbahn, gegen Ende des achzehnten Anfang des neunzehn Jahrhunderts, kommt so ein bisschen darauf an, in welche Länder sich schauen, in Großbritannien ein Stück weit früher, als das jetzt hier auf dem Kontinent passiert ist.
00:05:55: Die hat sowas produziert, das ist immer mit... Also mit einer Loslösung, einer räumlichen Nähe auch bezeichnender.
00:06:03: Also wenn ganz lange die Stadt sich eben daraus auch entwickelt hat, dass man sehr nahe beieinander sein musste, dass auch Lieferwege eigentlich sehr kurz sein mussten, stellen sich einfach frisches Obst und Gemüse vor zum Beispiel.
00:06:20: Das konnte ja nicht über lange Strecken transportiert werden.
00:06:23: Als dann die Eisenbahn da war, und zusätzlich weitere Kühlsysteme erfunden wurden zum Beispiel, konnte diese näher, diese räumliche Nähe zwischen Produktion und Konsumtion, also dem Verbrauch dieser Mittel, weiter auseinander rücken.
00:06:41: Also Lebensmittel konnten aus hunderten von Kilometern Erfahrung kommen.
00:06:46: Kühlsysteme haben das ermöglicht, aber auch die Mobilität hat das möglich.
00:06:49: Und so ein Stück weit kommt es durch diese Erfindung dieser Mobilitätssysteme.
00:06:54: Und das Stadt sich begann aufzulösen.
00:06:57: Das ist die kompakte Stadt.
00:06:58: Sie kennen es ja in die mittelalterliche Stadt.
00:07:01: Ist wahnsinnig, wahnsinnig eng und kompakt, ist geschlossen mit einer Stadtmauer.
00:07:06: Und außerhalb der Stadtmauer befinden sich dann Felder und andere produzierende Gewerbe.
00:07:11: Auch Sägemühlen und so weiter.
00:07:12: Alles, was mit Wasser und so zu tun hat auch.
00:07:15: Und mit der Eisenbahn und auch mit Veränderungen in städtischen Strukturen und auch Industrialisierung brechen sich diese Strukturen auf.
00:07:23: Und die Stadt wird, Stadt kompakt zu sein, drei.
00:07:26: Sie müssen sich als ein Spiegelei vorstellen.
00:07:29: Sie haben immer noch die Kerne, aber drumrum beginnt ein Stück weit zu warbern.
00:07:34: Und dieses warbern braucht dann sukzessive andere Fortbewegungsmittel.
00:07:39: Da hast du die Eisenbahn-Rolle gespielt und später dann der private
00:07:44: Autoverkehr.
00:07:46: Und dann irgendwann gab es die Idee einer autogerechten Stadt.
00:07:50: Wann war das?
00:07:51: oder hat das sozusagen den Peak erreicht?
00:07:54: Ich weiß gar nicht, ob das nicht immer noch ein Peak hat.
00:07:57: Da können wir gerne gleich drauf zu sprechen
00:07:59: kommen.
00:07:59: Können wir vielleicht gleich darauf zurückkommen.
00:08:02: Die autogerechte Stadt hat sich in den Nachkriegsjahren, gerade auch mit diesen sehr großen Zerstörungszuständen, mit denen wir konfrontiert waren, stark durchgesetzt als Bild.
00:08:16: Die Idee dafür stammt sich ja auch schon aus den zwanziger Jahren, aus den neunzehntzwanziger Jahren.
00:08:22: Als Überlegungen auch aus städtebaulicher, architektonischer Sicht.
00:08:28: Damit begann sich mit der existierenden Stadt und dem Problem der existierenden Stadt zu beschäftigen.
00:08:34: Die Städte waren schlecht belichtet, belüftet.
00:08:38: Es gab, glaube ich, große Krankheitsepidemien, letztendlich die ... die sich immer wieder durch die Städte trugen.
00:08:45: Und in dem Kontext haben sich Stadtpläne, aber auch Gesundheitswissenschaftler innen damit beschäftigt, wie Städte anders geplant werden können.
00:08:54: Mehr Luft, mehr Licht in die Städte rein.
00:08:56: Also das, was wir vielleicht in den Fünfziger und Sechziger Jahren bezunahm.
00:09:00: Ja, durchlüftig mit einer Bebauung auch finden, die stärker so eine Durchlässigkeit auch findet.
00:09:09: Und dann ganz extrem dann mit den fünftiger Jahren, fünftiger, sechziger, siebziger Jahre.
00:09:14: und so sukzessive kommt dann eben diese sehr, sehr starke Kritik auch rein.
00:09:19: Der Fokus zu stark auf das Auto, zu wenig auf den Menschen gesetzt wurde und das eben auch ganz, ganz viele Probleme mit
00:09:27: sich bringt.
00:09:28: Diese Karte von Athen ist ja so ein Wendepunkt in der Stadtplanung, wo man gesagt hat, das produzieren, das Wohnen, das arbeiten, die Freizeit müssen irgendwie voneinander getrennt werden.
00:09:41: War bei damals ein Fortschritt?
00:09:43: War sicher ein Fortschritt.
00:09:46: Diese Planung war sicher gut gemeint.
00:09:47: Die Ideen waren alle gut gemeint.
00:09:49: Denn dass die Nähe von bestimmten produzierenden Gewerken oder auch Industrien und Wohnen hat ja durchaus nicht nur Vorteile gehabt.
00:09:58: Sie müssen sich einfach keine Ahnung vorstellen, dass sie eine Spinnerei oder andere Dinge hatten mit großen Schloten, mit einer großen Luftverschwurzung und direkt daneben Wohngebiete.
00:10:10: Und die Kathar von Athen, wie Sie es eben schon gesagt haben, war Fortschritt.
00:10:15: Ja, weil wir gesagt haben, wir müssen auf die Menschen schauen letztendlich und schauen, dass die Menschen auch gut in den Städten leben, dass sie auch sich erholen können, dass sie genügend Raum haben, um sich zu entfalten.
00:10:26: Und ja, das stellte einen Fortschritt da.
00:10:29: Und irgendwann wurde es aber so ein Stück weit zu weit getrieben, könnte man was sagen.
00:10:33: Also diese Entkoppelung von allem, von allen möglichen Funktionen, die hat eben dazu geführt, dass wir heute immer noch mit stecken konfrontiert sind, die Wohnen hier haben und arbeiten da und Erholung an einem anderen Ort und so weiter und so fort.
00:10:50: Und das ist an vielen Stellen ... weil sich Industrie geändert hat, einfach nicht mehr zeitgemäß.
00:10:56: Also beginnt die Stadt der kurzen Wege als Idee damit, dass man auch diese klassischen Zonen wieder aufbricht oder anders gesagt, dass man die wieder mehr miteinander vereint, Fragezeichen?
00:11:09: An einigen Stellen ist es sicher so, dass man Dinge stärker miteinander wieder in Bezug setzen möchte.
00:11:17: und die bestimmte Funktionen wieder zusammenbringt.
00:11:21: Das funktioniert natürlich nicht unbedingt mit einem absoluten, mit dem klassischen Gewerbegebiet, das wir immer noch haben, das Gewerbegebiet und das Wohnen.
00:11:27: Auch sind unsere Mobilitätsstrukturen, die großen Straßen und so weiter, die sind ja immer noch nicht dafür ausgerichtet, dass sich andere städtische Kontexte in diesen Gebieten auch bilden können, aber in vielen innerstädtischen Quartieren, die auch ... auch schon in den Siebziger und Achtziger Jahren durch die Industrialisierungsprozesse, wo bestimmte Funktionen auch aus den Städten weggefallen sind und plötzlich Lehrstände entstanden sind.
00:11:54: Da hat sich in den letzten Jahrzehnten auch schon gezeigt, dass durchaus eine Durchmischung dieser Quartiere möglich und auch wünschenswert
00:12:02: ist.
00:12:03: Und trotzdem will ja keiner in einer eng bebauten Stadt, in einer dicht bebauten Stadt lautes Gewerbe in der Nähe von Wohnraum haben.
00:12:14: Ja, oder vielleicht doch, ich weiß es nicht.
00:12:18: Es kann ja durchaus sein, dass sich in verschiedenen Lebensphasen auch unterschiedliche Möglichkeiten abbilden oder dass dieser klassische neun bis fünf Beruf an einigen Stellen vielleicht doch auch keinen Sinn ergibt, dass unterschiedliche Lebensphasen vielleicht auch unterschiedliche Nähen zulassen.
00:12:37: Und dass sowas durchaus auch vielleicht nochmal ganz neu diskutiert werden
00:12:42: muss.
00:12:43: So, nun gibt es also irgendwann in den neunzelndachziger Jahren diesen Begriff der Stadt der kurzen Wege.
00:12:50: Wo wird die konkret gebaut?
00:12:51: Oder was folgte daraus?
00:12:53: Wurde da konkret auch umgebaut?
00:12:55: Oder ist das ein Leitbild, was nicht eins zu eins in Baupläne umgesetzt wird?
00:13:05: Ein bisschen schwierig zu sagen, wo es tatsächlich wirklich angefangen hat.
00:13:08: Denn die Stadt der kurzen Wege Die hat ja jetzt nicht plötzlich wieder einfach nur angefangen, sondern die gab es ja an vielen Stellen.
00:13:16: Also wenn wir auf italienische Städte schauen zum Beispiel, oder auch Städte, die so ganz klassische Urlaubsorte sind, Urlaubsausflugsorte.
00:13:28: Ich glaube, so ein Stück weit gab es eben diese Erfahrung auch dadurch, dass Menschen gereist sind und an anderen Orten vielleicht eher noch ... Unzerstörte Situationen auch vorgefunden haben und auch die Qualitäten dieser urbanen Dichten ganz anders wahrgenommen haben.
00:13:45: Und diese Stadt der kurzen Wege, die gab es an einigen
00:13:49: Stellen.
00:13:49: und
00:13:50: dann kamen Fragen auf, warum es denn an anderen Stellen diese Städte nicht mehr gibt und wie vielleicht diese Qualitäten, also auch diese Begegnungen im öffentlichen Raum, die in der Stadt... die auf Fußläufigkeit vielleicht stärker ausgerichtet, es bietet, wie diese wiederhergestellt werden kann.
00:14:10: Also einerseits, glaube ich, gab es diese Stadt durch die Geschichte hinweg, die ist nie wirklich ganz weggegangen und dann gab es aber eben eine Rückbesinnung darauf, dadurch, weil sie eben an einigen Stellen da war und an anderen Orten eben nicht mehr.
00:14:23: Und dann entstanden die ersten Versuche vielleicht so ein Stück weit, die diese Stadt auch wieder umzusetzen.
00:14:31: Mittel und Wege zu finden, wie so was umgesetzt werden kann.
00:14:35: Da gab es ganz viele Versuche über vielleicht Straßensperrungen auch erst mal.
00:14:40: Ganz experimentelle Dinge.
00:14:43: Was passiert, wenn wir auch aus einzelnen Bereichen den Verkehr so ein Stück weit rausnehmen?
00:14:50: Die Spielstraßen, die wir vielleicht heute in Städten haben oder auch die Fahrradstraßen, die sind auch so ein Stück weit aus dieser Geschichte gekommen.
00:14:58: Das sagen ... weniger Autos, mehr Mensch in unseren Straßenprofilen.
00:15:05: Also so ein Schrittweises überlegen, was brauchen wir eigentlich?
00:15:11: Wie können wir Begegnungen herstellen?
00:15:12: Wie können wir auch vielleicht diese Anonymität durch diese Funktionstrennung entstanden ist, auflösen und mehr miteinander fördern?
00:15:21: Und das ist dann ganz unterschiedlich umgesetzt worden.
00:15:24: Teilweise in experimentellen Quartieren, die eine Nutzungsmischung auch dann vorgesehen haben.
00:15:31: Also eben nicht mehr nur Wohnen waren, sondern eben auch kleiner und teilweise leise Gewerbe.
00:15:37: Eine Mischung mit sozialen, kulturellen Einrichtungen.
00:15:41: Veränderung in der Arbeitswelt hat natürlich dann auch dazu geführt, dass auch Bürostrukturen in diese Gebiete kommen können.
00:15:48: Also ganz, ganz viele kleine Experimente, die sich aber vielleicht jetzt sehr öffentlichkeitswirksam auch in den letzten Jahren, also Paris wäre da so ein Thema oder Barcelona oder so die großen Leuchttürme wie Kopenhagen oder Wien, über die könnten wir alle reden, die das sehr strategisch begonnen haben, umzusetzen.
00:16:11: Wir wollen Sie auch gerne ein bisschen beschreiben, Parise und Gruppenhagen und Barcelona in aller Kürze.
00:16:18: Was ist denn da gemacht worden?
00:16:21: Und warum hat das Vorbildcharakter in der Architektur in der Stadtplanung auch bei der Frage, wie hierzulande Städte umgestaltet, neu gedacht, umgebaut werden können?
00:16:33: Das hat Vorbildcharakter aus meiner Sicht, weil wir sehen, in welcher kurzer Zeit Städte die ja vielleicht eher so starre Biester scheinen, also sehr, sehr behäbige Tanker sind, doch auch umgestaltet werden können.
00:16:51: Und Vorbildcharakter auch, finde ich, weil sehr, sehr wenig der existierenden Substanz angegriffen wird und durch ein kluges Umprogrammieren vielleicht der Städte ganz viele Veränderungen erzielt werden können.
00:17:06: Also sind
00:17:07: keine
00:17:08: Riesigen Eingriffe, in dem baulichen Eingriffe.
00:17:11: Es ist nicht so, dass Quartiere abgerissen werden.
00:17:13: So was wir im, im XIX Jahrhundert vielleicht gesehen haben, statt am Umbau auch durch massive... Abrisse, einen Achsen schlagen und Boulevard bauen und Neuausbildungen, sondern eine ganz strategische
00:17:28: Neukonfiguration
00:17:30: des existierenden Raums.
00:17:32: Also ein Umdeuten.
00:17:33: Und das vereinfache ich massiv.
00:17:36: Da liegen ganz, ganz viele auch sehr komplizierte politische Prozesse dahinter.
00:17:41: Aber spannend ist es trotzdem, weil es mit sehr wenig materieller Ressource auch.
00:17:49: von Stadten ging.
00:17:50: Copenhagen ist da vielleicht einfach nochmal so ein bisschen eigene Geschichte, weil die natürlich auch im Laufe ihrer Umgestaltung sehr viel Fahrradinfrastruktur auch gebaut haben, also auch Straßenprofile geändert haben und so weiter auch Straßenprofile geändert haben, aber auch zusätzliche Infrastrukturen gebaut haben, aber gerade jetzt in Bezug auf Paris, da ist es auch in Teilen passiert, ging es auch um ein Um widmen von Flächen.
00:18:16: Also zuerst eine Funktion und dann
00:18:18: eine andere.
00:18:20: Find ich ganz spannend, weil die Stadt der kurzen Wege ist also keine, die man neu baut, wo man was wegreißt und wo man mit viel Beton neue Brücken, neue Infrastruktur
00:18:32: hinpackt,
00:18:33: was er auch im CO-Zwei-Ausführung hat, sondern man nimmt das, was da ist.
00:18:38: Und macht Parkplätze weg, macht Grünflächen hin, nimmt einen Autostreifen weg auf den Chancelisee und macht dort ein Baumreihen hin.
00:18:47: Also mit dem Skalpell und nicht mit der Axt.
00:18:51: Ja, ich seh das schon als akkupunkturelle Eingriffe.
00:18:55: Das ist ein Stück weit, wir reden da häufig über urbane Akkupunktur, kleinere Eingriffe, die aber sehr, sehr große Wirkung entfalten.
00:19:03: Und jetzt muss man aber trotzdem ein bisschen vorsichtig sein, Paris und Copenhagen sind ja ohnehin schon sehr dichte Städte.
00:19:11: Das ist sicher kein Modell, das jetzt auch für eine kleinere und weniger kompakte Stadt funktioniert.
00:19:16: Und es löst ja auch nicht alle Probleme einer möglichen fünfzehn Minuten Stadt.
00:19:23: Also wenn Sie von vornherein eine Stadt haben, die nicht dicht ist, die vielleicht auch eine gewisse Art der urbanen Nahversorgung schon in sich... in sich selbst auch darstellt, dann sind diese Umbaumaßnahmen sicher auch schwieriger als das, was sich hier abbildet.
00:19:42: Und jetzt mag ich gar nicht suggerieren, dass es einfach war, was an diesen Stellen passiert ist.
00:19:46: Das war es überhaupt nicht.
00:19:47: Aber vergleichsweise vielleicht zu Umbaumaßnahmen, die man jetzt vielleicht einfach in Halle Neustadt oder in anderen Großwohnsiedlungen auch machen müsste, um das zu erreichen.
00:20:02: Also die Stadt der kurzen Wege ist nicht ein Allheilmittel, was alle Probleme löst von diesem, wie Sie sagen.
00:20:10: Starren-Beast, sondern da gibt es viele Themen, die damit zusammenhängen, aber die dadurch nicht gelöst werden.
00:20:16: Die Städte stehen ja vor großen Herausforderungen.
00:20:19: Wohnraummangel auf der einen Seite, Klimawandel, veränderter Einzelhandel, auch Einsamkeit der Bewohner.
00:20:27: Was würden Sie sagen, welche Lösung bietet die Stadt der kurzen Wege für diese Themen und wo darf man sie auch nicht überschätzen?
00:20:35: Ich glaube, die Stadt der kurzen Wege ... Und wenn wir da jetzt vielleicht einfach nochmal ganz konkret darüber sprechen, was das auch bedeutet.
00:20:42: Wir haben über fünfzehn Minuten stattgesprochen, also auch fünfzehn Minuten statt.
00:20:48: Das bedeutet, dass von dem Ort, an dem man wohnt, innerhalb von fünfzehn Minuten ganz viele Dinge, die im täglichen Leben notwendig sind, fußläufig erreichen sollte.
00:20:59: Dazu gehört... Das Einkaufen, also der tägliche Bedarf, da gehören Arztbesuche, dazu gehört vielleicht die Schule, der Kindergarten.
00:21:10: Dazu gehören auch kulturelle Einrichtungen, also so ein relativ sozialkulturelles, enges Gefüge.
00:21:18: Darüber reden wir so ein bisschen, dass wir die Wege, die wir so in unserem täglichen Umfeld benötigen oder auch in unserem Tag einen Tag ausbenötigen, schnell
00:21:30: und gut
00:21:31: zurücklegen kann und zu Fuß zurücklegen kann oder mit dem Fahrrad zurücklegen kann.
00:21:39: Und das bietet natürlich, wenn wir uns zu Fuß aus dem Haus bewegen, dann kommen wir auf die Straße.
00:21:46: und dann ist so ein bisschen die Frage, Wie treffen wir auf die Straße?
00:21:51: Wen treffen wir auf der Straße?
00:21:53: Die Straße heißt ja dann vielleicht einfach Gehweg.
00:21:55: Also diese Wege, die sich zwischen diesen Orten befinden, da geht es darum, zu überlegen, wie dieser Raum gestaltet ist.
00:22:04: Und die Stadt der kurzen Wegen bietet dann eben Raum für Menschen auf andere zu treffen, wie sie vielleicht sonst nicht sehen würden, miteinander ins Gespräch zu kommen.
00:22:17: Aushandlungsprozesse über, darf ich jetzt hier vorne weg oder bin ich eher hinten dran?
00:22:23: Also es ist ja so ein soziales, gesellschaftliches System fast, das wir üben in diesem Raum.
00:22:30: Und da hat die Stadt der kurzen Wege ganz, ganz viel Potenzial.
00:22:34: Das bedeutet auch, wenn ich nicht angewiesen bin auf andere, um mir meine Einkäufe zu holen, dann kann mehr Autonomie.
00:22:44: auch in vielen Bereichen.
00:22:46: Und das ist, glaube ich, so eine große Möglichkeit an diesen Städten, die von der fußläufigen Bewegung her gedacht sind.
00:22:58: Weil so eine Art der Stadt einfach wahnsinnig inklusiv ist.
00:23:02: Ist für Kinder gut, ist für Alte gut.
00:23:04: Ist für Junge gut, ist für Menschen mit auch Beeinträchtigungen gut, wenn die Wege kurz sind und nicht zu lange werden, weil man keiner ... zu großen Hürden hat, die man überwinden muss und so weiter.
00:23:17: Und die Überschätzung ist natürlich auch, das kann nicht alles gemacht werden innerhalb dieses Spektrums von fünfzehn Minuten.
00:23:23: Und was machen wir mit den Dörfern?
00:23:27: Deutschland ist immer noch wahnsinnig ländlich auch geprägt, was passiert mit all diesen Stellen im Land, mit all diesen Orten im Land, an denen das eben nicht möglich ist.
00:23:37: Und dafür gibt es im Moment meines Erachtens noch viel zu wenig.
00:23:42: Lösungsansätze für die Städte.
00:23:44: Wir sind hier in Braunschweig.
00:23:46: Das ist alles kein Problem theoretisch auf dem Papier.
00:23:49: Oder wenn wir jetzt in Berlin sind oder in Münster oder in Freiburg oder in Nürnberg oder so, das ist nicht unbedingt das Problem.
00:23:55: Das große Problem sind eher die Randgebiete, die kleineren Städte, die weniger dichten Landstriche, die ja eine ähnliche Qualität.
00:24:07: haben sollten und da ist es nicht immer möglich.
00:24:09: Ich finde es ganz interessant, dass Sie sagen, also Stadtplanung, Stadt der kurzen Wege, fünfzehn Minuten Stadt, da geht es nicht nur um gebaute Struktur, sondern das erzeugt ein anderes Leben, ein anderes Begegnung, auch einen anderen Dialog, andere tägliche Wege, andere Nachbarschaften, richtig?
00:24:27: Ja, das würde ich einfach mal wirklich so sagen.
00:24:32: Denn sie stellen sich vor, sie wohnen in ein Familienhaus, am Stadtrand.
00:24:38: Sie sind auf das Auto angewiesen, um möglicherweise einzukaufen, um die Kinder zur Schule zu bringen.
00:24:47: Und viele andere Dinge, oder um überhaupt zur Arbeit zu kommen, das funktioniert dann so, dass man aus seinem Haus, aus seiner Haustour raus geht, dann in sein Auto einsteigt, weil das Auto steht ja auf dem Grundstück in der Garage.
00:25:00: Also die einzigen Personen, mit denen dann interagiert wird am Morgen ist vielleicht noch die eigene Familie und dann geht man in die Zelle des Autos und mit dem Auto fährt man dann über Straßen zu einem anderen Ort und auch da steigt man dann wieder, hat man Parkplatz und steigt aus und möglicherweise einfach sehr, sehr wenig Begegnung auf diesem Arbeitsweg.
00:25:20: Begegnung ist aber ja genau das, was Gesellschaft letztendlich entstehen lässt.
00:25:25: Also wir haben ja auch gerade in den Städten ein großes Problem mit Anonymität, mit Einsamkeit, mit einer großen baulichen Nähe.
00:25:33: Die Leute wohnen dicht an dich, aber es sind trotzdem eigentlich alleine.
00:25:37: Also Stadtstress haben das Forscher mal benannt.
00:25:42: Dichte Stress, aber auch zugleich eine Anonymität, die entsteht.
00:25:46: Ja,
00:25:46: ganz genau.
00:25:47: Und dann ist es noch so eine weitere Sache, dass wenn wir uns natürlich nur in diesen gewohnten Räumen bewegen, auch mit Menschen letztendlich nur um uns rum haben, die genauso aussehen wie wir, und dann verlieren wir auch so ein Gespür dafür, wie unsere Gesellschaft sich auch verändert hat.
00:26:05: Also wie tatsächlich unsere demografischen Veränderungen, welche Gesellschaften es produziert hat.
00:26:12: Die sehen lange nicht mehr so aus wie die Gesellschaft in den Fünfzigerjahren.
00:26:16: Die ist sehr viel diverser geworden.
00:26:18: Auch das verliert man so ein Stück weit, wenn man sich nur in bestimmten Fortbewegungsmitteln befindet, die auf einen persönlichen Raum begrenzt sind.
00:26:30: Je weniger Punkte der Interaktion man hat, desto enger wird auch dieses Weltbild.
00:26:36: Und nun haben sie gesagt, nicht alle Städte bestehen ja aus großen Innenstädten, wo man sagen kann, da macht man Fußgängerzonen oder kann tatsächlich fußläufig alles erreichen, sondern es gibt ja auch die Vororte, die aus ein Familienhäuschen bestehen.
00:26:53: Und die große Frage ist, was kann man damit machen?
00:26:57: Weil dort ist eben das Auto, wie Sie es beschrieben haben, ja häufig im Carport geplant.
00:27:04: ist der Start- und Endpunkt der täglichen Wege.
00:27:09: Ja, diese Gebiete, ich sehe diese Gebiete als wahnsinnige Ressource.
00:27:14: Die sind gebaut, die sind in vielen, vielen Teilen solide.
00:27:17: Also ich setze jetzt hier und sage, die muss man aufgeben und man muss andere dichte Formen des Zusammenlebens finden.
00:27:24: Aber ich denke, dass die Gebiete dem so ... dass die Gebiete neu gedacht werden müssen und mit gemeinschaftlichen Funktionen auch überlagert werden müssen.
00:27:36: In der Architektur schauen wir im Moment ganz stark auf Wohnprojekte, die in den letzten Jahren in der Schweiz, aber auch in Süddeutschland oder auch in Wien entstanden sind.
00:27:47: Das sind teilweise sehr komplexe, sehr dichte Geschosswohnungsbauten mit sehr, sehr viel Angeboten für Ja, kulturelles, soziales.
00:27:57: Also so große Plöcke, nicht zu große Plöcke, vielleicht mit.
00:28:02: Fünfzig, setzig, achtzig, hundert Wohneinheiten, die aber in sich selbst eine Gemeinschaft produzieren.
00:28:08: Die sind teils genossenschaftlich organisiert, die oder bilden andere Formen, andere gesetzliche Strukturen aus und bilden Gemeinschaft miteinander.
00:28:20: Und diese Formen, die gilt es meines Erachtens ein Stück weit auf diese... Ein Familienhausgebiete zu übertragen, es wird demografische Veränderungen geben.
00:28:31: Und diese Gebiete können nachgerüstet werden in dem Sinne.
00:28:37: Wir müssen überlegen, wie wir eben all diese Funktionen, wie wir also diese Qualitäten der kurzen Wege und dieser Enge auch in diese Gebiete reinbringen können.
00:28:47: Und das ist, man sagt, uns möglich.
00:28:50: Machen Sie mal ein Beispiel, wie dieses Nachrüsten in Anführungszeichen passieren kann.
00:28:58: Da hab ich ein Familienhäuser, da wohnt eine Person drin.
00:29:01: Dann, wenn die Kinder ausgezogen sind.
00:29:05: Und irgendwann wechseln solche Häuser vielleicht den Besitzer oder haben Erben, die sich auch überlegen, was mach ich denn damit?
00:29:12: Wie kann man das wieder lebendig aufladen?
00:29:16: Die ... Eine Möglichkeit ist sicher auch, eine andere Personenanzahl wieder in diese Gebiete zu bringen.
00:29:23: Ich bin selbst in einem Einfamilienhaus aufgewachsen.
00:29:26: Viele von uns sind in einem Einfamilienhaus aufgewachsen.
00:29:29: Meine Eltern haben es für sich gebaut.
00:29:31: Dann waren da zwei Kinder, die haben da zwanzig Jahre gewohnt.
00:29:35: Dann sind wir ausgezogen.
00:29:36: Jetzt sind sie nur noch zweit.
00:29:38: Vielleicht irgendwann alleine.
00:29:42: Und das ist mit ganz, ganz vielen Häusern in der Umgebung so passiert.
00:29:46: Und das kennen wir natürlich auch aus anderen Einfamilienhausgebieten.
00:29:48: Das Häuser, die mit vier oder fünf oder mit sechs Personen bewohnt waren, plötzlich nur noch eine Bewohner haben.
00:29:55: Da haben sie schon mal eine absolute ... Selbst die Dichte, für die das ursprünglich mal geplant war, ist ja da heute nicht mehr.
00:30:03: Also ... Menschen auch wieder in diese Häuser bekommen, diese Häuser so ausrichten, dass sie ja auch in der Zukunft weiter gut benutzt werden können.
00:30:16: Das kann mit vielen kleinen Eingriffen gemacht werden, also mit kleinen Veränderungen, um Grundrisse auch zeitgemäßer zu gestalten.
00:30:24: Dann denke ich aber auch, dass an vielen Stellen, und das sind vielleicht auch die Familienhausgebiete, die noch relativ ... Ursprünglich aus den siebziger Jahren, vielleicht auch stammen sechziger Jahren, haben teilweise sehr große Grundstücke.
00:30:36: Mit den Grundstücken kann natürlich auch was gemacht werden.
00:30:39: Es kann auch darüber nachgedacht werden und wir haben da auch verschiedene Optionen überlegt, wie... wie einzelne Häuser auch als Alterswege ist.
00:30:50: Wir reden ganz, ganz viel über Mehrgenerationenhäuser.
00:30:53: Warum können wir Mehrgenerationenhäuser nicht auch in ein Familienhaus gebieten darstellen?
00:30:58: Und die bilden sich dann vielleicht nicht über ein Haus, sondern über zwei, drei, vier Häuser aus und schaffen dadurch auch neue Strukturen.
00:31:06: Also ich glaube, wir müssen sehr viel mehr mit dem Raum, den wir schon umbaut haben, auch denken und daraus neue Ideen entwickeln.
00:31:15: Ja, also da geht es um Verdichtung von diesen Grundstücken.
00:31:18: Es geht um eine Funktionsänderung, vielleicht einzelne Objekte.
00:31:23: Es geht vielleicht auch darum, dass man eine Garage umbaut oder hier was drauf setzt oder neu denkt.
00:31:29: Und vielleicht diese genossenschaftlichen Wirtschaftungsformen, die wir aus den inneren Städten können, auch auf diese Gebiete zu übertragen.
00:31:39: Und wer würde das dann umsetzen?
00:31:41: Also das sind ja nicht die Eigentümer einzelner Grundstücke.
00:31:46: Wer würde für ein Familienhaus Siedlung und solche Pläne entwickeln?
00:31:52: Wer würde das vorantreiben?
00:31:54: Wer würde das planen?
00:31:55: Wer würde da überzeugen?
00:31:56: Wer würde vielleicht auch Umzüge anregen?
00:32:01: Ganz viele Modelle, die wir uns da, glaube ich, vorstellen können.
00:32:04: Ich glaube schon, dass es Einzelpersonen sein können.
00:32:07: Sie haben eben an Erben auch gesprochen.
00:32:11: Und warum sollte es nicht so sein, dass jemand hier einen Impuls setzt und sagt, ich ziehe hier wieder zurück und versuch, was anderes damit zu machen?
00:32:19: Weil das für mich eine bauliche Substanz darstellt, die auch wertvoll ist.
00:32:25: Kann sich auch vorstellen, dass ich Eigentümergemeinschaften größere bilden.
00:32:29: Ich könnte mir wirklich gut vorstellen, dass auch vielleicht Städte Anreize schaffen, um diese Gebiete auch wirklich gut in der Nutzung zu halten.
00:32:37: Wir haben so, so viele steuerliche Vorteile an so, so vielen Stellen und eigentlich würde ich es mir auch in dem Bereich wünschen, also in diesem Bereich des Neudenkens dieser Siedlungen, die da sind und die wir nicht aufgeben sollten und nicht aufgeben können.
00:32:53: Aber müssen eben vermehrt unsere... gestalterische oder kreative Energie auch darauf setzen zu überlegen, wie die umgestaltet werden können.
00:33:02: Ich kann mir vorstellen, dass Baugenossenschaften auch Impulse setzen, indem sie vielleicht auch Anreize schaffen, bestimmte Objekte auch in größere, ja fast Fonds irgendwie zu überschreiben, um dann mit einem größeren Blick auch auf mehrere Objekte zu schauen.
00:33:22: Ich mag mir da keinen keinen fünf Jahresplan oder sowas überlegen, oder so eine absolute, das ist kein Ding, das so in einem Mal umgesetzt wird, sondern sukzessive, inkrementell Impulse setzen und dann diese Impulse auch so ein Stück weit begleiten und auch weiter fördern.
00:33:45: Klar ist, ihr Credo ist umbauen, umnutzen, um widmen und nicht das klassische Neubauen.
00:33:53: Ne, genau.
00:33:55: Erklären Sie es mal.
00:33:58: Wir haben mittlerweile genügend Daten, die zeigen, dass Deutschland gebaut ist, dass die Schweiz gebaut ist, dass Österreich gebaut ist, dass wir eigentlich keinen Neubau brauchen.
00:34:08: Wenn wir auf die reine umbaute Fläche ... schauen, die wir in Deutschland haben, die wir in der Schweiz haben, die wir in Österreich haben, dann brauchen wir keinen Bauturbo, wir brauchen keinen Neubau mehr für bestimmte Dinge.
00:34:22: Das Ding ist, dass nicht immer alles an der richtigen Stelle ist, ganz klar, dass Metropolen wahnsinnig attraktiv sind, dass es bestimmte Orte, bestimmte Städte gibt, an die es Menschen zieht.
00:34:35: Und auch das ist so eine Diskussion, die überhaupt nicht gerne geführt wird, denn die greift in Eigentumsrechte ein, in Privatbesitz.
00:34:46: Wir leben auf sehr großem Fuß.
00:34:48: Wir haben mittlerweile durchschnittlichen persönlichen Platzbedarf.
00:34:53: knapp fünfzig Quadratmetern.
00:34:55: In den fünfziger Jahren waren es fünfzehn Quadratmeter knapp.
00:35:00: Und auch hier mag ich überhaupt nicht sagen, dass wir auf die Standards der fünfziger Jahre zurück sollen.
00:35:04: Ich mag nur darauf hinweisen, dass wir auf sehr, sehr großem Fuß leben.
00:35:08: Und der Wohnungsbau, der in den letzten Jahren entstanden ist, der ist in einem Segment entstanden, der gut bedient ist.
00:35:16: Das ist eher auch hochpreisiges Wohnen.
00:35:19: Wohnen für Mittelschichten, aber nicht in den Bereichen, in denen wir es eigentlich benötigen.
00:35:23: Also soziales Wohnen, auch tatsächlich öffentliches Wohnen.
00:35:27: Bereiche, die so überhaupt nicht mehr gut abgebildet sind und auch durch unsere gesetzlichen Systeme natürlich nicht unbedingt gefördert werden.
00:35:37: Und ja, das ist so der große, sehr, sehr komplexe Kontext, der eigentlich sagt, wir haben genügend Raum.
00:35:44: Aber wir müssen ein bisschen besser drüber nachdenken, gerade in Zeiten, in denen die sich ganz drastisch verändern, wie wir mit dem, was wir schon haben, besser umgehen.
00:35:57: Ich denke, wir brauchen andere Ideen, wie wir das, was wir haben, besser in die Nutzung bringen können, als tatsächlich wirklich ... Wir sollten nicht versuchen, unsere Probleme mit Neubau zu lösen.
00:36:07: Ja.
00:36:07: Punkt.
00:36:08: Ja, Punkt.
00:36:11: Genau, Punkt.
00:36:13: Nehmen Sie wahr, dass in den letzten zehn, zwanzig Jahren sich die Wahrnehmung zu diesem Bestandsumbau wirklich verändert hat.
00:36:23: Also ich sage mal, der Jahresbericht von der Bundesstiftung Baukultur trug ja auch mal den Titel Neue Umbaukultur.
00:36:30: Die Architekts for Future haben auch gesagt, wir müssen uns mehr konzentrieren auf das Umbau.
00:36:36: Es gibt ein Bundesverband Bauen im Bestand.
00:36:38: Da ist ja doch vieles passiert und auch die großen Bauunternehmen versuchen, die Bestände zu bewahren.
00:36:48: Also merken Sie, da ist was in Bewegung gekommen?
00:36:51: Ja, da ist sicher was in Bewegung gekommen in den letzten Jahren.
00:36:54: Das sehen wir an den Initiativen, die sich einsetzen gegen Abrisse bundesweit.
00:36:58: Auch über Deutschland hinaus.
00:37:00: Das sind ganz vielen Länder, Leute, die begriffen haben, dass wir mit den Gebäuden, die wir haben, anders umgehen müssen.
00:37:10: Das kam sicher noch mal ganz stark auf, als viele dieser großen Kaufhäusern jenen letzten Jahren leer wurden.
00:37:19: noch mal ganz stark in den Mittelpunkt der Diskussion gerückt sind.
00:37:23: Auch die Frage danach, was machen wir denn jetzt mit den Dingen an?
00:37:25: Die waren noch nie nachhaltig.
00:37:26: Also diese Konsumtempel haben noch nie eine nachhaltige Form des Einkaufens oder miteinander dargestellt.
00:37:33: Aber jetzt sind sie da.
00:37:34: und was machen wir mit den Dingen?
00:37:35: Das kann ja nicht sein, dass sie einfach nur leer in der Stadt rumstehen.
00:37:38: Wir haben Veränderungen auch im Einzelhandel.
00:37:43: Die inneren Städte haben sich trastisch verändert.
00:37:51: Das wird mir gesehen und es werden mehr Fragen gestellt.
00:37:56: Die Fragen sind gut, einfach um aufzuzeigen, wo vielleicht hier einfach Lücken auch im System sind.
00:38:01: Da hat sich sicher ganz viel verändert.
00:38:04: Und trotzdem sind so die großen Fragen nach, wem gehört es denn eigentlich?
00:38:07: Und wie gehen wir daran, diesen Leerstand tatsächlich wirklich zu aktivieren?
00:38:11: Wie kommen wir an diese leerstehenden Flächen auch ran, die im Zuge von Veräußerungsprozessen nicht immer an die Dame nebenan, sondern auch an internationale Hedgefonds oder Aktiengesellschaften verkauft wurden?
00:38:25: Diese Fragen, die stehen im Raum und verhindern im Moment noch viel Innovation.
00:38:32: Und die Frage nach der Menge des Wohnraums, den der Einzelne bewohnt.
00:38:38: Sie hatten diese Fünfzig Quadratmeter genannt.
00:38:41: Da wird es jetzt ja individuell, denn wer möchte schon auf weniger wohnen und wer möchte schon sagen, auch im Zuge der Nachhaltigkeit und im Zuge der Stadt der kurzen Wege, halbiere ich meine Wohnfläche.
00:38:55: In den letzten Jahren sind schon viele gute Modelle entstanden, wie auch Mietwohnungen getauscht werden können.
00:39:01: Also ein großes Hindernis oder eine große Sache, die immer wieder während wird, ist Mietpreisentwicklung natürlich der letzten Jahre.
00:39:10: Sie wohnen seit zwanzig Jahren in einer Mietwohnung, haben wirklicherweise eine Mietbindung, einen guten Mietvertrag und zahlen möglicherweise auf zweieinhalb Quadratmetern weniger Mieter als die Personen, die nebenan.
00:39:24: auf einer ähnlichen Fläche wohnen, aber erst vor zwei Jahren eingezogen sind.
00:39:27: Das ist vielleicht das Dreifacher, das Vierfacher, das Fünffacher.
00:39:30: Und dann ist natürlich schon die Frage, warum soll ich denn jetzt hier ausziehen, wenn eine Verkleinerung genauso teuer wird wie das, was ich im Moment ... habe einen Raum und an Möglichkeiten
00:39:41: auch.
00:39:42: Sie hatten von Tauschmodellen gesprochen, weil das, wie Sie sagen, ja total Sinn macht, dass wenn ich eine Stadt schon umbaue, zur Stadt der kurzen Wege, eine urbane Dichte schaffe, man auch schaut, dass Wohnraum adäquat belegt wird.
00:39:57: Also weder eine Person mit Mobilitätseinschränkungen, eine riesige Wohnung hat die vielleicht gar nicht barrierefrei ist, noch eine kleine Familie in einer zu engen Wohnung wohnen muss.
00:40:09: Also das ist ja vielleicht auch ein Ansatz, das richtig zuzuordnen.
00:40:12: Kennen Sie internationale Beispiele?
00:40:15: wo das wirklich gut funktioniert, also auch im großen Stil, im großen Maßstab.
00:40:22: Die Schweizer Modelle, gerade Zürich, bieten da sehr, sehr vielen Beispielrauben.
00:40:30: Da wird das praktiziert.
00:40:32: Das sind Städte häufig, in denen Genossenschaften sehr große Wohnbaubestände haben.
00:40:37: Wohneinheiten, die zusammengeschlossen sind.
00:40:40: Mehrere tausend Wohneinheiten, die vielleicht in einer Gesellschaft zusammenkommen und innerhalb derer dann umverteilt werden kann.
00:40:47: Und diese Baugenossenschaften, die sind genau diese Akteure, die sowas ... Fantastisch umsetzen können, das einfach bedeutet.
00:40:56: Man muss nicht aus seinem sozialen Gefühl raus.
00:40:59: Man kann innerhalb der sozialen Situation wohnen bleiben, zieht vielleicht in eine Wohnung zwei Straßen weiter oder einfach nur direkt auf der gegenüberliegenden Seite.
00:41:07: Es ist enttäufig, wie diese genossenschaftlichen Akteure, genossenschaftlichen Gesellschaften, die sowas auch ermöglichen und in Zürich und auch in Wien funktioniert das ganz wunderbar.
00:41:22: Also es gibt Beispiele, die man sich angucken kann.
00:41:25: zum Thema statt der neuen Wege.
00:41:27: Die Idee ist ja, dass fußläufig vieles erreicht wird.
00:41:30: Mit dem Fahrrad, nun gibt es ja viele andere Mobilitätsformen auch von Sharingmodellen über Elektroroller, mit denen die Leute rumflitzen.
00:41:40: Was halten sie dafür besonders aussichtsreich?
00:41:42: Oder wie könnte man Quartiere heute anders planen, wenn man diese Möglichkeiten ausnutzen möchte?
00:41:50: Wir haben ja schon ganz viel genannt.
00:41:52: Ganz sicher auch so eine kleinere Mobilität, die weniger Platz benötigen.
00:41:56: Wir haben die Roller genannt.
00:41:59: Fahrräder natürlich auch.
00:42:03: Der öffentliche Nahverkehr spielt, muss weiterhin eine große Rolle spielen.
00:42:09: Wer muss besser werden, enger getaktet werden.
00:42:12: Und mit all den Problemen, die da auch wieder dranhängen.
00:42:14: Personal.
00:42:18: Keine Ahnung.
00:42:20: Busse müssen ja langfristig auf einen anderen Motor überführt werden.
00:42:26: Also auch die ganzen Verbrenner, die verschwinden werden, verschwinden sollten.
00:42:32: Ja, also ganz stark natürlich auch Sharing-Modelle.
00:42:36: Klar, die spielen eine ganz, ganz große Rolle.
00:42:38: Da habe ich nichts weiter zu ergänzen.
00:42:41: Und nun ist es ja so, dass die Verkehrswende irgendwie kommen muss.
00:42:46: Also es müssen Parkplätze abgeschafft werden.
00:42:49: Das Automobil wird ja weniger Raum einnehmen in den Straßen und dem Stadtbild.
00:42:55: Stößt ja aber ehrlicherweise auch auf Widerstand.
00:42:58: Also wenn wir heute sprechen über die Stadt der kurzen Wege, dann sprechen wir ja auch über Widerstände und über Interessen, die gewisse Zielkonflikte.
00:43:10: auslösen und die gelöst werden müssen.
00:43:14: Ja, wir sehen es an allen Ecken und Elben, dass es diese Zielkonflikte gibt, dass es diese Diskussionen gibt, es werden.
00:43:22: Senatswahlen, Bürgermeisterinwahlen gewonnen, auch mit den Versprechen danach, dass Velorouten abgeschafft und auch Pocket-Parks nicht umgesetzt werden.
00:43:33: Es ist ganz, ganz, ganz viel Widerstand gegen diese Umwandlung.
00:43:41: Sicher nicht einfach, aber auch hier zeigen ja andere Städte, dass mit einer Verlagerung des Autos
00:43:49: ...
00:43:51: bessere Städte entstehen.
00:43:52: Wir schauen nach in die Niederlande, wir schauen nach Belgien, wir schauen nach Frankreich, wo in ganz vielen Städten Umwandlungen stattgefunden haben.
00:44:04: So surprise, surprise.
00:44:06: Die Städte sind lebendig.
00:44:07: Und Menschen bewegen sich auf der Straße, begegnen sich.
00:44:13: Das ist eine andere Art von Stadt.
00:44:15: Die Stadt stirbt nicht, nur weil das Auto vielleicht ein Stück weit stärker an den Rand gedrückt wird.
00:44:23: Und auch da, denke ich, müssen wir versuchen, Modelle zu finden,
00:44:29: die ...
00:44:30: alle politischen Gruppen ansprechen.
00:44:33: Die so ein Stück weit natürlich auch ernst nehmen, dass im Moment noch diese Umstellung auf, ich hab jetzt plötzlich kein Auto mehr, eine Harte ist.
00:44:44: Teilweise eine wirklich harte, weil einfach der öffentliche Nahverkehr zu selten ist, zu schlecht ist, nicht gut ausgestattet ist.
00:44:52: Weil an vielen Stellen einfach ganz, ganz viel knuscht.
00:44:56: Das ist ja auch die harte Realität.
00:44:58: Aber an den Stellen einfach beginnen, wo es möglich ist.
00:45:02: Das ist im Umplan von existierenden Quartieren da anfangen, wo Leute es wirklich vielleicht auch wollen, wo sie mitgehen, wo dargestellt und wo dann eben auch gezeigt werden kann, welche Qualitäten das möglicherweise mit sich bringt.
00:45:16: Also so ein bisschen diese Wege auf Leastresistance, also diesen geringsten Widerstand auch zu finden, also diese Punkte auch in der Stadt, wo das gut umgesetzt werden kann und von da aus dann eben sich ausbreiten.
00:45:29: Also das geht nicht gegen... Also es produziert, glaube ich, wirklich noch mehr Widerstand, wenn man schon gegen existierenden Widerstand geht.
00:45:36: Also da anfangen, wo es Sinn macht, wo es Möglichkeiten bietet, wo es Leute vielleicht ohnehin schon umsetzen wollen und es dann von da weiter ausrollen.
00:45:46: Das sind die Wege, wie man, glaube ich, mit dem deutschen Widerstand umgeht.
00:45:50: Ich glaube, in anderen Ländern ist es auch gegen viel persönlichen Widerstand gemacht worden und auch da freuen sich mittlerweile.
00:45:57: ein Großteil der Bevölkerung.
00:45:59: Aber hier bei uns, denke ich mal, mit den kleinen Dingen anfangen, ausbreiten ein guter Weg.
00:46:07: Wenn der Umbau bestehender Städte mit diesen Widerständen so schwer ist, wie wichtig ist es dann, dass neue Quartiere gleich mobilitätsstark, aber zugleich autoarm geplant werden?
00:46:22: Erster Teil der Frage und zweiter Teil gibt es Quartiere, neue Bauprojekte, auf die sie unter diesem Aspekt besonders gerne drauf schauen und sagen.
00:46:32: Das ist eigentlich eine schlaue und gute Lösung.
00:46:35: Ja, wir haben ja schon festgestellt, dass ich kein Fan bin von Neubauprojekten und Neubauportieren und so was.
00:46:39: Ich will sie auch
00:46:40: überhaupt nicht abluchsen.
00:46:41: Genau, genau.
00:46:43: Und die Gefahr ist ja immer so ein bisschen, wenn man neue plant, kann man natürlich, es ist so viel einfacher Dinge auch von vorne rein.
00:46:50: Nicht ganz so verkehrt zu machen, oder vielleicht viele richtige Setzungen auch von vornherein mit auf den Weg zu bringen.
00:46:57: Wir schauen gerne auf Freiburg.
00:47:00: Auch das war kein Quartier, das wirklich ganz vom Reisbrett entstanden ist, sondern auch mit existierenden Gebäuden gebaut hat und dann verdichtet und hinzugefügt hat.
00:47:14: Es gibt Quartiere in Tübingen, die auch hier immer wieder erwähnt werden könnten, mit einer Minimierung auch von persönlichen Fortbewegungsformen, also motorisierten.
00:47:29: Also es gibt gute Beispiele und sie dürfen mir zum Schluss noch sagen, was sie sich von den Planenden und Bauenden wünschen, von denjenigen, die Immobilienwirtschaft sind.
00:47:42: Egal wo entlang der sogenannten Wertschöpfungskette von Immobilien vom ersten Bleistiftstrich bis zur Revitalisierung.
00:47:53: Ich glaube zu begreifen, dass Qualität, das wirklich mehr auf die Qualität des öffentlichen Raums, aber auch des sozialen Miteinander geachtet werden muss.
00:48:05: Also wirklich auch Räume zu planen, die ein Miteinander ermöglichen.
00:48:12: die begreifen, dass das eine Mischung von Nutzung, ja, Steigerung der Qualität wirklich auch darstellt.
00:48:26: Das weniger stark der Profit im Vordergrund steht und vielleicht die Aktiengesellschaften, was wahnsinnig schwierig ist.
00:48:35: Aber dass so andere Kopplungen, glaube ich, wirklich entstehen.
00:48:38: Also, dass wirklich längere Perspektiven gesehen werden, wie sich eben diese Gesellschaften auch bilden können und auch sollen.
00:48:49: Ich würde mir, glaube ich, von diesen Gesellschaften wirklich wünschen, dass begriffen wird, dass diese Funktionstrainingen, über die wir anfänglich gesprochen haben, von gestern ist, dass es kein zeitgemäßes Modell mehr ist, dass wenn wir wirklich uns mit Zukunft beschäftigen, dass wir Quartiere so planen müssen, dass sie auch klimatisch passen, also dass sie Rückzugsräume auch bieten, dass sie grün sind, dass sie Kühle bieten, dass sie ebenso auch baulich gestaltet sind, dass wir in diesen Häusern auch nicht zu stark erhitzen.
00:49:26: Es gibt ganz viele Ebenen, die da wirklich abgedeckt werden müssen, das Klima ernst zu nehmen, die Veränderungen des Klimas, also im Sinne von auch steigenden Temperaturen oder immer unsicheren Temperaturen, aber dann eben auch vielleicht das demokratische Klima, also dass wir mit diesen Gebieten auch wirklich einen Auftrag haben, einen gesellschaftlichen Auftrag, wirklich Demokratie auch zu fördern.
00:49:51: Es wäre unterschiedliche Einheiten brauchen die Menschen miteinander zusammenbringen und sie eben nicht trennen.
00:50:00: Also nicht nach Einkommens- trennen, nicht nach Kulturen- trennen, sondern möglichst Quartiere so gestalten, dass sie eine größtmögliche Diversität
00:50:09: auch erlauben.
00:50:10: Also für alle was dabei, für junge, für alte, für gut verdiente und weniger gut verdiende.
00:50:19: für Menschen, die so bunt sind wie die, wie das Leben hatte.
00:50:21: Wie das Leben so eben ist,
00:50:23: genau.
00:50:24: Danke für das Gespräch.
00:50:25: Professor Tatjana Schneider.
00:50:26: Ja,
00:50:26: danke schön.
00:50:28: Ja, die Stadt der kurzen Wege ist ein Paradigmenwechsel.
00:50:32: Weg von der autogerechten Stadtplanung hin zu einer menschenzentrierten Stadtentwicklung.
00:50:37: Damit das gelingt, muss das, was gebaut ist, ja irgendwie umgebaut werden.
00:50:42: Das heißt auch mehr urbane Dichte, weniger Platz für Parkplätze und Autos.
00:50:47: Mehr Lebensqualität, die mit dem ÖPNV erreicht werden kann.
00:50:51: Zu diesem Thema haben wir noch weitere Podcast folgen, die weiterhin online verfügbar sind.
00:50:58: Zum Beispiel Folge thirty-fünf mit der Frage, wie gelingt die Mobilitätswende?
00:51:04: Diese Frage beantwortet uns der Verkehrsforscher Prof.
00:51:07: Dr.
00:51:07: Andreas Knie aus Berlin.
00:51:10: Und ein Interview mit zwei Expertinnen vom Verkehrsclub Deutschland zum Thema Verkehrswende.
00:51:16: Gibt's in Folge vierundzwanzig.
00:51:19: Also gute Gründe um... diesem Podcast zu abonnieren und wir hören uns beim nächsten Mal wieder.
00:51:25: Danke für heute und danke an unsere Expertin, Professor Dr.
00:51:29: Tatjana Schneider.
00:51:30: Das war Glücklichwohnen, der Buwok Podcast.
00:51:34: Überall, wo es
00:51:34: Podcasts gibt und auf buwok.de.
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